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HERZLICH WILLKOMMEN IM A MAGICAL LIFE. WIR SIND EIN MAGISCHES RPG, DAS SEIT DEM 06. NOVEMBER 2006 BESTEHT UND URSPRÜNGLICH AUF EINER BELIEBTEN SIEBENTEILIGEN BÜCHERREIHE UM EINEN JUNGEN ZAUBERLEHRLING BASIERTE. INZWISCHEN SPIELEN WIR NACH EIGENER STORYLINE IN DEN POLITISCHEN WIRRUNGEN ZWISCHEN VORHERRSCHAFT DES ALTHERGEBRACHTEN UND HUNGER AUF UMBRUCH, SIND IM DISCORD ZEITALTER ANGEKOMMEN UND BIETEN EINEM BUNTEN HAUFEN AN CHARAKTER- UND STORYIDEEN EIN ZUHAUSE. WIR FREUEN UNS IMMER ÜBER ZUWACHS <3
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Antworten zu Thema: Briefwechsel Atreus und Emilia
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Geschrieben von Emilia Slughorn - 11.10.2026, 17:03
Es war impulsiv von ihr gewesen. Sie wusste das. Ein Teil von ihr hatte den letzten Brief bereut noch bevor die Eule außer Sichtweite gewesen war und dennoch, sie wusste nicht was sie falsch gemacht hatte um die Stimmung kippen zu lassen und sie fand es nicht fair, dass er so auf ihren Brief reagiert hatte, wo sie ihm doch eigentlich eine Freude hatte machen wollen. Sie würde ihm erneut schreiben, wenn sie sich wieder ein bisschen beruhigt hatte, sie würde sich entschuldigen. Sie wollte ja gar nicht mit ihm streiten, sie fühlte sich nur so unter Druck gesetzt in dieser Sache für ein so unklares Schicksal. Eine Verlobung gegen ein Dinner in der Woche? War das der Preis den er ihr anbot. Sie wusste es noch immer nicht, sie würde auch nicht noch einmal danach fragen. Es war ihre Entscheidung und wenn sie ganz ehrlich mit sich selbst war, dann ahnte sie ja bereits, welche es sein würde. Vielleicht war ihre Reaktion zum Teil also ein Selbschutzmechanismus. Vielleicht war sie empfindlich weil sie nicht genug geschlafen hatte. Letzteres sollte sie dringend nachholen. Bevor sie sich also an einer Entschuldigung versuchte, zog sie sich in ihr Nachthemd um und dann hörte sie die Eule vor dem Fenster bereits. Nanu? Das war nun aber schnell gegangen.

Sie öffnete den Brief diesmal mit einem flauem Gefühl im Magen und kam dann doch nicht umhin zu grinsen. Oh er wollte, dass sie keine Eigenversuche unternahm, ja? Und las sie da eine gewisse Sorge aus seinen Worten heraus? Die Idee, dass er sich wirklich um sie sorgte gefiel ihr leider ein bisschen zu gut, also tat sie das einzig vernünftige, schlurfte im Schlafanzug zu ihrem Bruder herunter und warnte ihn vor, dass er Nachrichten von Atreus einfach ignorieren sollte. Dann ging sie wieder in ihr Zimmer und wartete.
Geschrieben von Atreus Travers - 11.10.2026, 16:48
Oh, auch Atreus bemerkte, dass der nächste Brief, den er erhielt nicht nur deutlich kürzer war als die zuvor, er war durchaus auch in der Lage zwischen den Zeilen einen deutlich kühleren Tonfall als zuvor herauszulesen. Er verstand nur nicht, was diese Verstimmung verursacht hatte. War sein Tadel gegenüber ihrer Aufdringlichkeit zu harsch gewesen? Oder war es, weil er Paris erwähnt hatte? Erst im Nachhinein war ihm der Gedanke gekommen, dass das vielleicht nicht der klügste Schachzug gewesen war - er hatte sich bloß so von dem Spiel mitreißen lassen, dass er beinahe vergessen hatte, dass diese Sache noch immer nicht geklärt war. Shit.

Emilias Drohung, sich dem Eigenversuch zu widmen, löste in ihm gemischte Gefühle aus. Auf der einen Seite glaubte er nicht wirklich, dass es ihr ernst damit war, las darin sehr wohl nur das Bedürfnis ihn zu einem Aktionismus zu provozieren, gegen den er sich ganz instinktiv wehrte - auf der anderen Seite jedoch rief diese Provokation auch die Erinnerungen an Emilias unglückseligen Kampf mit dem Gürtel hervor.

Diesmal also nahm er sich keine Zeit dafür, seine Formulierungen sorgfältig abzuwählen.

Zitat:AN: Emilia Slughorn
VON: Atreus Travers


Emilia,

lass das. Keine Eigenversuche. Was willst du damit bezwecken? Glaubst du, dass du diesmal zufrieden mit dem Ergebnis sein wirst?

Ich weiß nicht, was genau in meinem letzten Brief dich verärgert hat, aber wenn ich in den nächsten fünfzehn Minuten keine Antwort bekomme, schreibe ich Edwin, dass er nach dir sehen soll.

Keine. Eigenversuche.

[Bild: NuyA5ek.png]
Geschrieben von Emilia Slughorn - 11.10.2026, 16:26
Dieses Mal wollte es Emilia so gar nicht gelingen, sich von einer potentiellen Antwort abzulenken. Die Hitze war ihr definitiv zu Kopf gestiegen und sie fantasierte schon darüber, was er alles mit ihr in der Therme anstellen würde, auch wenn das wohl eine Fantasie war, die genau das bleiben würde. Sie konnte sich nur schwer vorstellen, dass sie es wirklich wagen würde, so ein Becken war immerhin doch deutlich größer und tiefer als eine Badewanne. Und dennoch. Die Vorstellung gefiel ihr. Sie beide im warmen Wasser Nackt und von heißem Dampf umhüllt. Oh Merlin, sie musste wirklich all ihre Disziplin aufbringen um nicht sofort aufzuspringen und nach Bath zu apparieren und sich diese Therme anzusehen. Wie bei Merlins Bart war sie denn auf die Idee gekommen, dass sie es aushalten würde bis Sonntag zu warten? Es war ja nun wirklich nicht der erste morgen, an dem sie als sie selbst aufgewacht war. Doch es war der erste gewesen, an dem sie in England neben ihm aufgewacht war. Und allein die Vorstellung das morgen früh alleine in ihrem kalten Bett tun zu müssen behagte ihr überhaupt nicht. Doch sie wusste ja, wie es enden würde. Sie würden wieder die ganze Nacht mit anderen Dingen als Schlaf verbringen und dann wäre sie wirklich keine Hilfe, wenn sie Eddie morgen ablöste und so unangenehm das war, sie hatte auch hier ihre Verpflichtungen. Auch weil sie noch immer das Gefühl hatte, nicht ganz unschuldig daran zu sein, dass ausgerechnet Godric ausgewählt worden war.

Hibbelig rannte sie zum Fenster, als die Eule ankam, öffnete den Brief und bemerkte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte, als sie dieses Mal die Zeilen las, weil ihr Ton sich plötzlich geändert zu haben schien. Und weil sie vielleicht vergessen hatte, dass Atreus wirklich gemein sein konnte, wenn er es darauf anlegte. Da war kein Wort davon, was sie in der Therme machen könnten, auch wenn seine ersten Worte darauf hindeuteten, dass er die ihren gelesen hatte. Die Elfen könnten ihr die Therme zeigen und das wäre vielleicht genau so gut wie mit ihm zu sprechen. Sie verstand nicht genau, was es war, das seinen Stimmungsumschwung verursacht hatte. Und auch wenn ihr im Grunde ja gefiel, dass er sie nicht als Geschäftspartnerin zum Essen einlud, mochte sie es nicht, dass er schon wieder von Paris anfing. Sie hatte ihn ja verstanden. Aber er konnte unmöglich erwarten, dass sie das bis Sonntag mit ihm geklärt haben würde. Er hatte doch verstanden, dass das nicht so einfach war, oder nicht? Sie konnte sich bis Sonntag entschieden haben, doch sie würde nicht alle Probleme mit einem Schlag gelöst haben und wenn sie ehrlich war, dann stand Paris gerade auch wirklich nicht auf ihrer Prioritätenliste.



Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Beschwer dich gern bei meiner Mutter, aber mach dir nicht allzu viele Hoffnungen. Das haben wir alle bereits unzählige Male versucht.

Es wäre mein Risiko gewesen, wenn ich dich erinnern darf. Und soweit ich weiß haben deine Nachforschungen bisher nichts zu Tage gefördert. Aber gut, dass du mich daran erinnerst. Ich denke es wird Zeit für das Risiko, meinst du nicht? Ich schreibe dir, wie es ausgegangen ist. Wenn nichts schief geht, versteht sich.

Es ändert nichts. Und ich habe nicht wegen meines Bruders gefragt.

[Bild: Unterschrift_Emilia_schwarz.png?ex=6accd...y=lossless]
Geschrieben von Atreus Travers - 11.10.2026, 15:53
Atreus hatte nicht diese Sache gemeint, als er behauptet hatte, dass er noch für andere Dinge als das Ministerium arbeitete. Das war zwar ebenfalls Teil der Wahrheit, aber eben nicht, worauf er eigentlich hinaus gewollt hatte. Nicht, dass das nun, da Emilias nächster Brief ihn kurz vor Ende seiner Aktendurchsicht erreichte, noch von Bedeutung war. Er hatte gerade die Dokumente wieder ordentlich zusammen gelegt und zwang sich dann die restliche Arbeit auf den kommenden Tag zu verlegen, denn immerhin: Nach der gestrigen Nacht musste er heute dringend etwas mehr Schlaf bekommen. Vorausgesetzt eine gewisse, ganz geduldige Briefschreiberin ließ das zu.

Atreus las Emilias Brief also auf dem Weg in Richtung Schlafzimmer und legte sich gerade mit dem Schwung des Zauberstabes die Kleidung für den kommenden Tag zurecht, als er an dem kleinen Wörtchen ‚Privatssphäre‘ hängen blieb. Das…war nur ein Zufall, oder? Dass sie ausgerechnet die Formulierung verwendete, die er in seinem letzten Brief korrigiert hatte. Er hatte es doch korrigiert oder nicht? Ein heißkalter Schauer lief ihm für einen Moment über den Rücken und er drehte das Pergament um, als könne er auf der Rückseite seine eigenen Worte noch einmal lesen, doch natürlich hatte Emilia einen frischen Pergamentbogen genutzt - und was auch immer er geschrieben oder nicht geschrieben hatte, befand sich nun in Emilias Schreibtischschublade. Merlin…

Und vielleicht war es dieser Paranoia zu verschulden, doch… fehlte da nicht ein Satzzeichen hinter dem Wort ‚Privatssphäre‘? Und war da nicht eine ein wenig zu große Lücke zwischen den beiden folgenden Sätzen? Ein flaues Gefühl breitete sich in Atreus Brustkorb aus und er zögerte für einen Moment, bevor er den Zauberstab auf das Pergament richtete und es dazu aufforderte, verborgenes zu offenbaren. Und fast schon zu seinem Bedauern, musste er feststellen, dass er sich nicht geirrt hatte.

Merlin, Emilia!

Für den ersten Augenblick, da Atreus Aufmerksamkeit über die bis dahin verborgenen Zeilen glitt, konnte er nicht anders, als die Worte anzustarren, als würde er hoffen, sie würden davon wieder verschwinden. Dann warf er den Brief ein wenig zu vehement auf den Nachttisch, durchquerte in eiligen Schritten das Zimmer und fuhr sich dabei durch das Gesicht. Das war- das konnte sie nicht schreiben. Auch nicht, wenn sie es später korrigierte. Seine Wortwahl - von der er nun annehmen musste, dass sie sie gelesen hatte - war ein Fehler gewesen, ein ehrlicher Fauxpas, den er ja wieder richtig gestellt hatte. Das hier… fiel entweder in dieselbe Kategorie wie die Briefe für die er sie zuvor getadelt hatte oder es war simple Absicht. Und Atreus ahnte bereits, wo hier die Wahrheit zu finden war…

Zitat:AN: Emilia Slughorn
VON: Atreus Travers


Emilia,

offensichtlich hat dich deine heutige Arbeit nicht so beschlagnahmt, dass deine Neugierde für die Fehler anderer Leute abhanden gekommen ist. Und ich dachte, du hättest eine vernünftige Erziehung genossen - ein weiterer meiner Fehler, nehme ich an.

Selbstverständlich kann ich dir bei deinem nächsten Besuch von den Elfen zeigen lassen, wo du das Bad findest. Ich bin sicher, die Wärme dort ist fast so erfüllend, wie die Möglichkeit mit mir zu sprechen.

Du weißt meinen Fleiß also zu schätzen? Und ich dachte, meine Achtsamkeit ist die eher lästig, wenn sie deinem blinden Aktionismus im Weg steht. Ich erinnere mich vage an ein Gespräch über Risiken und Nachforschungen, bei dem wir unterschiedlicher Meinung waren. Ich nehme an, da muss ich dich dann in Zukunft häufiger an diese Worte erinnern?

Kauft dir das Spiel der nervösen, unwissenden Tochter aus gutem Hause eigentlich noch irgendjemand diesseits des Ärmelkanals ab? Aber damit du später nicht behaupten kannst, du hättest nicht gewusst worauf du dich einlässt: Ich möchte, dass du mich zum Dinner begleitest. Nicht als Geschäftspartnerin und auch nicht als Verlobte meines Cousins. Ändert das etwas an deiner Zusage?

Sag Edwin, dass du an dem Abend etwas anderes vorhast. Wenn er eine Vertretung braucht, schicke ich ihm Emma vorbei. Die freut sich sicher.

[Bild: NuyA5ek.png]
Geschrieben von Emilia Slughorn - 11.10.2026, 14:29
Nachdem Emilia den Brief der Eule überreicht hatte setzte sie sich vor den Spiegel und erwischte sich dabei, dass sie noch immer lächelte. Merlin, sie schüttelte den Kopf und kam sich selbst ein wenig albern vor, aber konnte man es ihr verdenken, dass sie sich an dieses kleine Glück klammerte? Sie nahm die Briefe noch einmal in die Hand und laß sie durch und hatte das Gefühl der Beklemmung, die in diesem Haus herschte für ein paar Augenblicke entfliehen zu können während sie sich vorstellte, wohin er sie am Sonntag wohl ausführen würde und mit was sie ihn wohl überraschen konnte. Sie brauchte definitiv etwas Neues. Vielleicht hatten Antoinne oder Ethan am Samstag Zeit für sie und vielleicht konnte sie ihren Vater überzeugen, dass sie eine kleine Finanzspritze gut investieren würde.

Emilia war gerade dabei sich abzuschminken und sich die Haare für den nächsten morgen zu legen als endlich der nächste Brief ankam und dieses Mal lächelte sie schon noch bevor sie ihn überhaupt geöffnet hatte. Klassischer Atreus, immer besorgt um die weniger Privilegierten, auch wenn sie zugeben musste, dass sie sich noch ein klein wenig mehr von seinen Drohungen erhofft hatte. Aber vielleicht war er zu paranoid das auch so niederzuschreiben. War vermutlich besser so. Ihre kleine Revange was den Gewürzhandel anging schien nicht ganz so gut zu funktionieren wie sie sich erhofft hatte.

Ob er seine Gäste, Veronica und das andere Mädchen, nun zu einer Kunstauktion oder in ein Museum schleppte war ihr in Wirklichkeit egal, doch ihr fiel auf, dass seine Schrift bei der Erwähnung der Therme apprupt endete, obwohl er sonst dazu neigte seine Buchstaben in die Länge zu ziehen. Vielleicht hatte sie auch einfach nur schon an zu vielen verschlüsselten Nachrichten gerätselt. Nur einen Weg das rauszufinden. Und siehe da. Ihr Zauberstab offenbahrte, was er sich wohl anders überlegt hatte und ihr Grinsen wurde noch breiter. Zu wenig Privatsphäre also, ja? Sie spürte wie trotz seiner Abwesenheit die altbekannte Hitze wieder in ihr aufstieg bei dem Gedanken alleine mit ihm in der Therme zu sein, auch wenn ihr der Gedanke an so viel Wasser eigentlich nicht behagen sollte. Sie entschied sich auch ein paar Dinge zu schreiben und wieder herauszunehmen und war gespannt, ob er das erkennen würde.

Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Ich wusste nicht, dass du so viel für die Bedürftigen übrig hast, aber ich lerne wohl noch immer etwas dazu. Dass du die Grenzen deiner Fantasie so schnell erreichst ist natürlich bedauerlich, aber ich nehme an wir alle sind mit unterschiedlichen Talenten gesegnet.

Aus deinem Mund klingt alles wie ein Versprechen.

Meinen Gruß richte ich natürlich aus. Sag Bescheid, wenn wir dir etwas mitbringen sollen. Meine Begleitung ist in der Regel großzügig und nicht sehr gut darin nein zu sagen.

Oh, wenn wir diese Dinge als Arbeit bezeichnen, dann habe ich das auch den ganzen Tag getan. Ich weiß sehr wohl, dass sich diese Dinge nicht von alleine erledigen und vermeide es Zeit für Dinge zu verschwenden, die den Aufwand nicht wert sind ...

Und du hast recht. In öffentlichen Thermen gibt es viel zu wenig Privatsphäre und ich würde nicht wollen, dass jemand dabei zusieht, was du dort mit mir anzustellen gedenkst. Und du weißt es fällt mir bei diesen Dingen oft schwer mich zurückzuhalten. Schon konkretere Gedanken zu diesem Thema? Zeigst du mir das Becken in eurem Haus bei Gelegenheit?

Oh und ich habe noch gar nicht begonnen, dich über meine Abendroutine zu informieren. Jetzt gerade öffne ich den Gürtel meines Bademantels und trage meine Créme auf. Vielleicht möchtest du mir bei Gelegenheit dabei helfen? Das allein zu machen dauert immer so schrecklich lange und du weißt ja, wie es um meine Geduld bestellt ist

Fleißig und strebsam wie eh und je. Das Ministerium weiß gar nicht, was es an dir hat. Ich hingegen weiß das durchaus zu schätzen. Dennoch. Es ist spät, du solltest anfangen dich auf andere Dinge zu konzentrieren.

Oh ich weiß durchaus, wie man sich für ein Dinner kleidet, ich wusste nur nicht, dass du mich zum Dinner ausführen willst. Aber ich freue mich über die Einladung. Kein Violett. Notiert. Glaubst du es wird später als Mitternacht? Kann es kaum erwarten.



[Bild: Unterschrift_Emilia_schwarz.png?ex=6accd...y=lossless]
Geschrieben von Atreus Travers - 11.10.2026, 13:06
Diesmal fiel Atreus das Warten nicht ganz so schwer. Zwar hatte ein eifriger Hauself das halb verzehrte Essen wohl bereits abgedeckt, während er im Bad gewesen war, doch der Travers konnte sich zumindest dazu aufraffen, ein paar der liegen gebliebenen Akten der letzten Tage durchzusehen und sich hier und da eine Notiz zu dem anstehenden Verfahren zu machen. Manchmal war es bloß ein kleiner Halbsatz, der eher eine kritische Nachfrage stellte, gelegentlich aber auch der Hinweis, dass er diese oder jene Akte ebenfalls noch zur Einsicht benötigte. Arbeitsanweisungen also für eine Assistenzkraft, die er noch nicht besaß. Es waren gerade einmal drei Tage vergangen, seit er die neue Stelle hatte und bereits jetzt stapelten sich die Aufgaben für diese Person, deren Stellenausschreibung er bisher nicht einmal hatte verfassen könnten. Er entschied, sich gleich morgen als erstes damit zu befassen - was eben bedeutete, dass er schon jetzt nebenbei auf einem leeren Pergament einige Eckpunkte notierte, die in der Stellenanzeige stehen sollten. Zumindest solange, bis ein weiterer reichlich später Brief ganz ohne Eule seinen Weg auf seinen Schreibtisch fand. Atreus hoffte, dass die Elfen seine Antwort nicht mit Cassandra, der Hauseule, versandten. Anderenfalls bestand immerhin die Gefahr, dass seine Mutter, die das Tier pflegte, die Briefe an ihn weiterleiten ließ. Er nahm sich vor, bei seinem nächsten Antwortschreiben eine entsprechende Anweisung zu formulieren.
Der Brief erschien, Atreus warf ihm einen kurzen Seitenblick zu, dann zwang er sich den soeben angefangenen Satz zu beenden, bevor er sich erlaubte, nach dem Pergament zu greifen. Zumindest ein wenig musste die Ordnung ja gewahrt bleiben, nicht wahr? Es war schon unrühmlich genug, dass er Emilia erlaubte trotz ihrer Abwesenheit so viel Zeit seines Abends in Anspruch zu nehmen. Und für was? Ein wenig Smalltalk? Die dunklen Iriden huschten über die Zeilen und sein Gehirn füllte einige Lücken, die durch Feuchtigkeit in den Text geschlagen worden waren. Kurz huschte sein Blick zum Fenster, fast als wolle er überprüfen, ob es regnete, dann jedoch erhielt er die Antwort auf seine Frage in Emilias Brief und er runzelte prompt die Stirn. Warum erzählte sie ihm das? Er schüttelte knapp den Kopf und legte den Brief schon wieder beiseite, da füllte sein Gehirn auch diese Lücke und zeichnete das Bild einer in Dampf und Wasser gehüllten Emilia. Ah. Okay. Nein. Hm. Das war sicher nicht, was sie beabsichtigt hatte.

Zitat:AN: Emilia Slughorn
VON: Atreus Travers


Emilia,
findest du es nicht auch überraschend, wie die Menschen mit den größten Privilegien sich oft als die bedürftigsten Wesen der Gesellschaft inszenieren? Nur so ein zusammenhangloser Gedanke, der mir gerade gekommen ist. Vielleicht können wir zu gegebener Zeit mal darüber philosophieren.

Ich fürchte, da stoße ich langsam an die Grenzen meiner Fantasie. Vermutlich würde so jemand kleine Portionen des ersehnten Vertrauens geben, ohne sich jedoch je vollständig in die Karten blicken zu lassen oder zu verraten, wie er das gewonnene Wissen nutzen wird, damit es ein Trumpf bleibt, der ihn in den richtigen Momenten an sein Ziel bringt. Es tut mir Leid, aber viel mehr verstehe ich davon leider auch nicht.

Sind Drohungen je etwas anderes als Versprechen?

Atreus bemerkte den Unterton, der in den geschriebenen Worten lag sehr wohl. Ein wohliges Summen glitt durch sein Inneres, während er sich für einen Moment die Vorstellung erlaubte, wie Emilia wohl auf diese Zeile reagieren würde. Es war nur ein kurzes Innehalten, bevor er den Brief fortsetzte, doch er war ausreichend, um sich gegen eine weitere Erwähnung seiner Mutter zu entscheiden. Und oh, er bemerkte sehr wohl, was Emilia in ihrem nächsten Absatz versuchte, doch das war ein bisschen halbherzig, fand sie nicht auch? Gänzlich umgehen konnte er es dann aber auch nicht.

Zitat:Netter Versuch. Ich bin sicher, ihr werdet eine großartige Zeit haben. Grüß‘ deinen Kontakt nett von mir, ja?

Meine Arbeit gilt nur bedingt dem Ministerium, ich dachte, das wäre dir klar. Die Dinge erledigen sich nicht für alle Hexen und Zauberer von selbst, weißt du?

Ob er vorhatte die Therme zu besuchen? Eine dämliche Frage. Wohl kaum mit dunklem Mal auf dem Unterarm. Allerdings konnte er das oder auch nur eine Andeutung davon kaum in einem Brief niederschreiben. Wenn jemand ihre Briefe abfing, war es eine Sache, wenn diese Person daraus erfuhr, dass ihr Kontakt nicht nur… freundschaftlicher Natur war. Eine andere war es, wenn es sie nach Askaban brachte.

Zitat:Ich bevorzuge das Thermenbecken bei uns im Haus. [In der öffentlichen Therme herrscht mir zu wenig Privatssphäre.]

Nein, das war nicht was er sagen wollte. Eindeutig nicht. Das klang ja, als wollte er sagen… Nein. Sicher nicht. Ein kurzer Strich folgte durch den letzten Satz, dann hob er den Zauberstab und löschte den letzten Satz vollständig aus.

Zitat:Ich finde die Vorstellung, in der öffentlichen Therme jemandem zu begegnen, den ich sicher nicht dort sehen will, eher lästig. Schwer auch, dort einem unerwünschten Gespräch zu entkommen. Vielleicht eher eine Kunstauktion oder ein Museumsbesuch?

Er nahm zumindest an, dass das etwas war, dass Ophelia gefallen könnte. Und auch wenn er durchaus wusste, dass er Ophelia und Emilia zeitnah miteinander in Kontakt bringen müsste, entschied er sich auch dagegen Ophelias Namen in diesem Brief zu erwähnen. Das… kam ihm falsch vor.

Zitat:Du meinst, was ich gerade eigentlich tun würde, wenn mich eine gewisse sehr geduldige Hexe, die in all ihrer Geduld ganze zwei Stunden ohne meine Gesellschaft ausgehalten hat nicht mit Informationen über ihre Abendroutine unterbrechen würde? Ich arbeite. Überraschend, ich weiß.

Die Sache mit der Lerche überging er - ebenso wie er den Impuls unterdrückte, zu erwähnen, wie sie in der Oper sonst noch ihre Zeit verbringen könnten. Urgh, er hatte wirklich ein Problem.

Zitat:Willst du mir etwa erklären, dass du nicht weißt, wie man sich angemessen für ein Dinner kleidet, Emilia? Was genau bringt man den jungen Hexen denn heute bei, wenn nicht wenigstens das? Oder hast du Sorge, dich zu blamieren?

Für einen Moment spielte Atreus mit dem Gedanken es dabei zu belassen. Dann jedoch entschied er sich, ihr zumindest einen Hinweis zu geben. Er wollte ja großzügig sein, nicht wahr?

Zitat:Es ist keine Gala, aber auch nicht der Fish & Chips Laden gegenüber vom Ministerium. Du kriegst das schon hin.

[Bild: NuyA5ek.png]

P.S.: Kein violett.
Geschrieben von Emilia Slughorn - 11.10.2026, 09:18
Emilia seufzte, nachdem sie etwa fünf Minuten aus dem Fenster gestarrt hatte und darauf wartete, dass ihr Brief eine Antwort erhalten würde, dabei war er bis jetzt vermutlich noch nicht einmal angekommen. Oh, diese Warterei war wirklich unerträglich, sie musste sich irgendwie beschäftigen. Und wenn er nicht mehr antwortete, sie wäre sich sicher, sie würde nicht schlafen können und das obwohl es ihr an Schlaf definitiv nicht mangelte. Doch sie fühlte sich hellwach, wenn sie an ihn dachte, ganz so als wären diese Gedanken Erholung genug. Sie beschloss sich vorerst eine Badewanne einzulassen um die Wartezeit zu überbrücken und sich ein wenig zu entspannen und dann kam die Antwort tatsächlich schneller als gedacht, noch während sie in dem heißen Wasser lag verkündete Smokey, dass ein neuer Brief gekommen war und sie beschloss, diesen Teil des Tages doch verfrüht zu beenden und wickelte sich in ein Handtuch um zu ihrem Schreibtisch zu eilen.

Wieder ein breites Grinsen dass sich auf ihrem Gesicht zeigte sobald sie die ersten Zeilen laß und es wurde nur noch breiter, als sie den Absatz der wohl die Drohung beinhalten sollte laß. Jetzt flirtete er aber, nicht wahr? Und Merlin, er war gut darin. Dann wiederrum war er wohl in den meisten Dingen die er anfasste gut. Oh sie wünschte er würde sie jetzt gerade anfassen, bis Sonntag war es wirklich noch eine ganze Ewigkeit hin. Wieso nur hatte sie Sonntag vorgeschlagen? Ah, es war zum Mondkälber melken, wirklich. Sie griff wieder zu Pergament und Tinte - wenigstens darauf eine Antwort verfassen zu können musste sie nicht mehr warten - und ein paar Tropfen aus ihrem Haar fielen auf das Papier und verschmierten die Tinte an einigen stellen ein wenig.



Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Wo sind diese Menschen von denen du sprichst? Nein wirklich, ich würde ihren Hinterhalt mit Freude entgegennehmen, wenn mir nur einer von ihnen einmal am Tag das Leben leichter machen würde.

Deine Mutmaßungen sind interessant. Es wäre sicherlich eine treffende Analyse, wenn jemand nicht wüsste, dass ich nicht dazu neige mich von Anderen abhängig zu machen. Du hast Recht. Es ist wirklich ein Glücksfall, dass sie in deinen vertrauenswürdigen Händen gelandet sind. Aber wie würde so jemand diese vulnerable Situation wohl ausspielen? Nur damit ich weiß gegen was ich mich zur Wehr setzen können muss.

Deine Drohungen klingen zunehmend nach Versprechen.

Manchmal muss man das Problem bei der Wurzel packen. Außerdem unterschätzt du deine Mutter. Sie wäre sicherlich in der Lage auch ohne Elfen ein ganz hervorragendes Frühstück auszurichten.

Oh, ich habe schon jemanden im Sinn der mich sicher gerne dorthin begleitet. Ich werde dir Bericht erstatten.

Du kannst doch nicht von morgens bis abends nur arbeiten. Das ist ungesund und das Ministerium weiß deine Aufopferungsbereitschaft ohnehin nicht zu schätzen. Was für Pläne hast du mit deinen Gästen? Die Therme von der deine Mutter sprach? Was machst du jetzt gerade?

Ich habe gerade ein Bad genommen. Mein Bruder und ich wechseln uns ab auf das Haus aufzupassen und ich habe noch einige Lektüre von der Lerche. Ich wünschte wir könnten sie gemeinsam in der Oper lesen.

Oh die Gelegenheit sollst du bekommen. Gibt es Regeln oder Standarts die erfüllt werden sollten oder habe ich freies Spiel?



[Bild: Unterschrift_Emilia_schwarz.png?ex=6accd...y=lossless]
Geschrieben von Atreus Travers - 11.10.2026, 08:40
Atreus versuchte nicht zu viel über die ersten drei Briefe nachzudenken, die er gelesen hatte. Er versuchte noch weniger darüber nachzudenken, was Emilia wohl antworten würde - in beiden Angelegenheiten blieben seine Versuche allerdings vergeblich. Er rechnete nun nicht damit, dass Emilia seinen Vorschlag ablehnte - sie hatte die Idee ja gewissermaßen zuerst aufgebracht - doch zum einen war er sich nicht sicher, ob sie hier von derselben Angelegenheit sprachen oder ob Emilia bloß annahm, dass es sich um ein geschäftliches Essen handeln würde. Und zum anderen war der Slughorn eben auch zuzutrauen, dass sie sich in den vergangenen Stunden, die er sie hatte warten lassen umentschieden hatte oder ihn das aus Prinzip glauben ließ. Atreus aß halbherzig etwas von dem Abendessen, ließ aber die Hälfte des Essens auf dem Teller zurück, dann entschied er sich für eine Dusche, um etwas zu tun zu haben, auf das er sich nicht konzentrieren musste. Eine weitere Fehlentscheidung bedauerlicherweise, denn als er aus dem Bad zurückkehrte und noch kein Brief auf seinem Schreibtisch lag wünschte er sich für einen Augenblick, er hätte die Zeit unter Wasser doch anders genutzt - und schämte sich gleich im nächsten Moment wieder so sehr für diesen Gedanken, dass er sich ganz absichtlich selbst ohrfeigte. Er musste sich wirklich zusammen reißen!

Statt sich also um die noch unbeantworteten Briefe für die Arbeit oder an seine Kontakte im Ausland zu kümmern, schritt Atreus bloß in seinem Zimmer auf und ab, bis mit einem leisen Geräusch ein weiterer Umschlag auf seinem Schreibtisch erschien. Doch nun, da der erwartete Moment gekommen war, erstarrte Atreus bloß zu einer Säule. Er blinzelte den Umschlag für einige Sekunden an. Der Umschlag blinzelte nicht zurück. Das war wohl auch besser so. Erst als seine Lungen protestierend nach Sauerstoff forderten, bemerkte Atreus, dass er offensichtlich die Luft angehalten hatte. Er erlöste seine Organe von dem selbstauferlegten Entzug, dann durchquerte er den Raum und öffnete den Briefumschlag.

Die Anspannung in seinem Inneren schwand augenblicklich, kaum dass er die erste Zeile laß. Ein spöttisches Schnauben verließ seine Kehle, dann schüttelte er knapp den Kopf und schließlich war da vielleicht sogar ein überdeutliches Grinsen, das sich über seine Miene zog. Begleitet von einer wohligen Gier in seinem Inneren, verfasste Atreus schließlich eine Antwort.

Zitat:AN: Emilia Slughorn
VON: Atreus Travers


Emilia,
ich denke es täte dir gut, dich weniger mit Menschen zu umgeben, die dir nach dem Mund reden. Weißt du denn nicht, dass das die ersten sind, die dir in den Rücken fallen, wenn es ihnen zum Vorteil gereicht?

Glücklicherweise kann ich bloß mutmaßen, zu welchen Vermerken deine Briefe führen würden und ich bin nicht sicher, ob es klug wäre, leere Vermutungen zu äußern, für die wir beide keinerlei Beweise haben. Allein um deine Neugier zu befriedigen, will ich es trotzdem tun: Ein weniger wohlgesonnener Geist könnte annehmen, dass es sich bei der Verfasserin der Briefe um eine Person handelt, die sich ganz bewusst in eine Position der emotionalen Abhängigkeit gebracht hat und dort nach einer Validation sucht, die sie aus anderen Quellen nicht erhält - eine vulnerable Situation, die sich leicht ausspielen ließe, um seine eigenen Ziele zu erreichen. Gut also, dass diese Worte nicht in die falschen Hände gelangt sind.

War das für dich eine effektivere Drohung?

Nach deinem letzten Erziehungsversuch meiner Elfen, denke ich, dass ich auf deine Hilfe lieber verzichte. Am Ende des Tages hast du meinen Hausstand so dezimiert, dass meine Mutter tatsächlich noch selbst das Frühstück bereiten muss.

Was die Suche nach einem Experten für Gewürzhandel angeht, bin ich sicher, dass du da schon jemanden findest. Lass mich wissen, wenn du jemanden beauftragt hast, ja? Vielleicht lässt sich der Kontakt ja dann weiterleiten.

Möchtest du wirklich eine Abhandlung über meine Arbeitstermine für die nächsten Tage hören? Ich glaube nicht, dass das so spannend ist, wie du es dir vielleicht vorstellst. Ich denke an einem der Tage werde ich nicht darum herumkommen, ein wenig Zeit mit unseren Gästen zu verbringen, aber den Großteil der Zeit verbringen arbeitende Menschen tatsächlich eben so: Mit der Arbeit.

Meine Frage zielte nicht auf deinen Hunger ab, Emilia.
Was ist mit dir? Ein paar Tasten zu klimpern? Ein wenig Hauselfen zu drangsalieren? Was macht eine geduldige Hexe wie du, wenn sich offensichtlich niemand sonst ihrer Briefe erbarmt?

Beim letzten Mal schien es dir ein Anliegen gewesen zu sein, zu hören, ob mir gefällt was ich sehe. Ich erinnere mich auch, dass ich nicht ganz angemessen darauf reagiert habe. Das Versäumnis würde ich gerne nachholen. Überrasch mich.

[Bild: NuyA5ek.png]
Geschrieben von Emilia Slughorn - 10.10.2026, 15:17
Emilia schrieb keinen Brief während sie wartete. Dieses Mal nicht, denn dieses Mal hoffte sie auf eine Antwort, auch wenn sie die Warterei kaum aushalten konnte. Wieso dauerte das denn so lange? Und wieso war Smokey noch nicht zurück? War Atreus so ungehalten gewesen, dass er den Elf erledigt hatte? War das vielleicht seine Rache für seinen Elfen? Auge um Auge? Definitiv nicht auszuschließen. Sie könnte es ihm nicht einmal übel nehmen. Nur dass es eben streng genommen nicht ihr Elf war. Keiner von Ihnen. Und ihre Mutter wäre sicherlich nicht begeistert wenn sie Schuld an einer Dezimation der Hauselfen wäre. Emilia machte noch einmal ihre Runde, prüfte den Kamin und die Türen, dann setzte sie sich für ein paar Minuten ans Klavier um sich abzulenken und nachdem sie eine Weile eher unkonzentriert vor sich hingekliimpert hatte erschien der Elf wieder im Wohnzimmer.

"Und?" fragte sie gefühlt noch bevor Smokey sich wieder ganz materialisiert hatte. "Hast du eine Antwort?" musste er ja wohl. "Wieso hat das so lange gedauert?" "Entschuldigung Miss. Smokey hat vor der Tür warten müssen Miss. Smokey muss Ihnen mitteilen, dass Mister Travers bis zum Abend keine Briefe mehr lesen kann und Smokey angewiesen hat, weitere Briefe zu ihm nach Hause zu bringen." Sie blickte ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an und ohrfeigte den Elfen dann. "Ich habe doch gesagt, dass es wichtig ist. Und wieso hat das überhaupt so lange gedauert, wenn du keine Antwort für mich hast? War ich nicht deutlich genug?" "Smokey hat gedacht, dass" "Still" sagte sie und hob die Hand und der Elf verstummte in gleichem Augenblick. Wirklich, sie musste sich nicht anhören was das kleine Wesen für Denken hielt. Der Schaden war nun ja ohnehin angerichtet. Sie würde Eddie davon erzählen, wenn er wieder wach war. Sicherlich konnte er ein bisschen Elfenbestrafung als Ablenkung gerade gut gebrauchen. "Verschwinde" sagte sie und blickte zur uhr. Es war gerade erst Nachmittag, oh aber er würde antworten, nicht wahr? Das hatte er gesagt. Und sie gab sich Mühe es bis dahin auszuhalten ohne ihm noch weitere Worte zu schreiben, auch wenn das nach all den Briefen die sie bereits geschrieben hatte ungewohnt war.

Zum Glück dauerte es nicht lange bis ihr Bruder und die Kinder zurückkehrten, die waren immer eine gute Ablenkung. Und auch Eddie gesellte sich bald schon zu ihnen, auch wenn er sie erst später wirklich ablösen würde. Wenn die Kinder da waren, fühlte sie sich dennoch besser, wenn sie zu zweit waren. Für den Fall der Fälle.

Emilia war hibbelig, noch während sie alle zum gemeinsamen Abendessen zusammenkamen. "Willst du dich nicht hinlegen?" fragte Godric. "Du siehst müde aus." Sie schüttelte den Kopf, auch wenn sie dem Rest der Gespräche gar nicht richtig zugehört hatte. "Nein, schon ok" sagte sie, schob sich ein paar Erbsen auf ihre Gabel und ließ sie dann wieder auf ihren Teller rollen. Es war Abends und sie hatte noch immer nichts gehört. Als Smokey ein paar Minuten später schließlich verkündete, dass ein Brief für sie angekommen war, sprang sie fast von ihrem Platz auf. "Du hast Recht Riccie. Ich bin ein bisschen müde" behauptete sie dann alles andere als müde wirkend und entschuldigte sich, nahm dem Elf dann den Brief aus der Hand und ging auf ihr Zimmer.

Sie nahm sich einen Brieföffner, zerschnitt das Papier ganz behutsam bevor sie das Pergament entfaltete und schon der erste Satz brachte sie zum Schmunzeln. Das hatte er erkannt, huh? Reichlich spät. Ein leises Kichern entrang sich ihrer Kehle, als sie den Satz über die falschen Hände las. Wirklich, sie liebte seinen Humor. Was sie weniger liebte war die Tatsache, dass er von drei weiteren Briefen schrieb. Würde sie sich wohl doch noch Smokey zur Brust nehmen müssen, doch gerade kam es ihr gar nicht so schlimm vor, wenn er so darauf reagierte, auch wenn es ihr durchaus unangenehm war, waren ihre ersten Briefe doch eher an eine Fantasieversion von ihm addressiert. Der letzte Satz ließ sie übers ganze Gesicht grinsen. Er würde sie ausführen! Richtig ausführen. Und er ließ sie abholen oh und plötzlich kam es ihr vor als sei Sonntag noch viel zu lange hin, auch wenn sie diesen Tag ja mit Absicht gewählt hatte, damit sie ein bisschen mehr Zeit hatte um über seine Forderung nachzudenken.

Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Die Notwendigkeit von Geduld wird in unserer Gesellschaft schon immer überschätzt außerdem kann dir jeder bestätigen, dass ich einer der geduldigsten Menschen bin, denen man begegnen kann.

Du hast natürlich Recht. Nicht auszumalen, was passieren könnte, wenn meine Briefe an so jemanden geraten würden. Merlin sei Dank weiß ich, dass sie bei dir in guten Händen sind. Aber aus reiner Neugierde: zu welchem Aktenvermerk würden meine Worte wohl führen, fänden die Briefe ihren Weg in solche Hände?

Meine Briefe waren nicht zur Gänze privater Natur, wie dir sicherlich aufgefallen ist. Du hast aber recht. Wir sollten bald sprechen. Wenn ich alles vorbereitet habe. Deine Drohung wären übrigend deutlich effektiver, wenn ein Vermerk auf der Liste deines Zuhauses mich effektiv davon abhalten könnte es zu betreten. Sag Bescheid, solltest du Tipps für die Erziehung deiner Elfen benötigen.

Vielleicht hast du Recht. Meine Expertise im Bereich der Gewürze ist ausbaufähig. Mit einem Experten an meiner Seite wäre ich vielleicht offener dafür die Wertigkeit dieses Handels zu erkennen.

Sieben klingt gut. Wie vertreibst du dir die Zeit bis dahin? Und keine Sorge, ich habe es schon länger ohne etwas zu Essen ausgehalten, außerdem bringen unsere Elfen es gelegentlich zu etwas Essbarem. Überraschend, ich weiß.

Was soll ich Anziehen?

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Geschrieben von Atreus Travers - 10.10.2026, 10:48
Emilia war wahnsinnig. Das hatte er gewusst. Nicky hatte ihm das gesagt, Nero hatte ihm das gesagt. Merlin, er hatte es ja selbst gesagt - mehr als einmal im Übrigen. Als er nach einer Sitzung also zurück in sein Büro kehrte und davor dieselbe Elfe wie zuvor entdeckte, diesmal mit vier Briefen statt mit dreien, hätte das Atreus wohl eigentlich nicht weiter verwundern sollen. Diesmal brauchte er die Umschläge nicht einmal anzusehen, um zu wissen von wem sie waren. Natürlich hatte Emilia seinen subtilen Hinweis ihm nicht mehr zu schreiben nicht verstanden. Oder vielleicht eher: Nicht verstehen können wollen. Das würde ein Problem werden. Hmhm.
„Wie lange stehst du schon hier?“
„Eine Stunde und zweiundvierzig Minuten, Sir.“
Er hatte es befürchtet. Emilia hatte also ziemlich direkt nach seinem Brief geantwortet und ihre Elfe geschickt. Und seit dem stand die Elfe hier vor seinem Büro mit Briefen die wirklich niemand lesen sollte. Ganz abgesehen davon, dass jemand ja allein die Hauselfe als eine der Slughorns erkennen könnte. Atreus seufzte. Er brauchte dringend eine Assistenzkraft, die sich um so etwas kümmern konnte.
„Hat jemand nach den Briefen gefragt oder dich in der Zeit angesprochen?“
Noch während Atreus fragte fischte er mit den Fingern nach den vier(!) Umschlägen.
„Nur eine kleine Hexe mittleren Alters, Sir. Braune Haare, hochgesteckt. Sie wollte wissen, wann Sie wiederkommen.“
„Keine Frage zu den Briefen?“
„Nein, Sir.“
Atreus schwieg einen Moment. Er wusste nicht, ob dir Hauselfe der Slughorns ihn anlügen würde. Selbst wenn sie aber die Wahrheit sagte, hatte Atreus kein Interesse daran, dass sich diese Situation wiederholte.
„Richte deiner Herrin aus, dass ich bis zum Abend nicht dazu kommen werde ihre Briefe zu lesen. Sollte sie trotzdem noch weitere Briefe schicken, bringe sie zu mir nach Hause. Einer meiner Elfen wird sie dort entgegen nehmen.“
„Aber-“
Atreus schenkte dem Protest der Slughornelfe kein Gehör. Wenn Emilias Anweisungen dem widersprachen konnte sie natürlich nicht auf ihn hören. So aber wusste Emilia wenigstens, warum sie keine Antwort erhielt, ohne dass er ihr dafür eine Antwort schicken musste, was dieser Aussage widersprochen hätte.

Er selbst meinte jedoch, was er sagte: Den restlichen Tag über verwahrte er Emilias Briefe sorgfältig in einer verschlossenen Schreibtischschublade, die er erst öffnete, als er gegen Abend beschloss, zuhause weiter zu arbeiten. Er nahm die Umschläge aus der Schublade, verstaute sie in seinem Jackett und machte sich auf den Weg zu den Flohnetzwerkkaminen. Es fiel Atreus überraschend schwer, seine Gedanken auf etwas anderes zu richten als die Briefe in seiner Tasche. Ein kurzer Smalltalk im Foyer, die üblichen Begrüßungsfloskeln Zuhause - all das waren Dinge, die ihm sonst leichter fielen. Aber er war auch übermüdet, nicht wahr? Vielleicht sollte er heute einfach ein wenig kürzer treten. Er ließ sich also von seinen Elfen für das gemeinsame Abendessen entschuldigen und stattdessen eine Portion an seinen Schreibtisch im Schlafzimmer bringen, wo er, anstatt sich weiterer Arbeit zu widmen oder seinen Schlafmangel auszugleichen, endlich Emilias Briefe öffnete. Und bereits nach den ersten zwei Zeilen war Atreus froh um seine Entscheidung, die Briefe erst jetzt zu lesen. Merlin, das war… dachte sie überhaupt darüber nach, was sie schrieb? Emilias Worte waren so filterlos, so offen, dass Atreus nicht sicher war, ob ihm das schmeicheln oder auf die Nerven gehen sollte. Sie schrieb von Frankreich und ihrer Fragilität, die sie sonst doch lieber überspielte, von Wärme und Nähe, die - ah!
An dieser Stelle unterbrach Atreus die Lektüre für einige Momente, stützte seinen Kopf ein wenig verzweifelt in seine Hände und wartete ab, bis das Schlimmste vorüber war. Erst danach las er weiter, hatte jedoch das Gefühl, dass sein ganzes Gesicht noch immer glühte. Warum… warum schrieb sie so etwas, wenn es ihr gleichzeitig nicht gelang, eine klare Antwort auf seine Fragen zu geben, wenn er sie stellte?

Erst Emilias vierter Brief war… angemessener. Er war noch immer durch und durch Emilia, aber er sorgte dafür, dass er sich zumindest ein wenig beruhigte und sich so etwas wie eine Antwort in seinen Gedanken zu formulieren begann. Gleich dreimal während der Lektüre entglitt Atreus ein amüsierter Laut, dann legte er den Brief kopfschüttelnd beiseite und entschied sich doch für eine Antwort, bevor er das Abendessen auch nur anrührte.

Zitat:AN: Emilia Slughorn
VON: Atreus Travers


Emilia,
und wie immer unterschätzt du die Notwendigkeit von Geduld maßlos. Ich kann nicht dafür garantieren, wer deine Briefe liest, wenn du sie ans Ministerium schickst. Und stell dir nur vor, in welcher Misere du jetzt wärst, wenn deine letzten drei Briefe in den Händen von jemandem gelandet wären, der akribisch Buch über die Schwächen und Stärken seiner Mitmenschen führt. Zu welch Aktenvermerk hättest du so jemanden mit deinen Andeutungen gebracht? Nicht auszumalen, in welchen Situationen diese Worte dann gegen dich verwendet würden, bloß weil du vor lauter Ungeduld nicht an dich halten konntest.

Ich bin selten den ganzen Tag in meinem Büro und habe selbst dann kaum Zeit private Angelegenheiten postalisch zu beantworten. Du wirst dich also in Zukunft sehr wohl daran gewöhnen müssen, zu warten. Schrecklich, ich weiß. Such’ dir ein Hobby.

Sollte es sich tatsächlich um eine dringende Angelegenheit handeln, wirst du mich persönlich aufsuchen müssen. Aber ich warne dich gleich davor, das für aufgebauschte Unwichtigkeiten zu missbrauchen. In dem Fall müsste ich dich auf die Liste der unerwünschten Besucher setzen und man würde dich gleich im Foyer abweisen.

Das war natürlich Unsinn. Eine Solche Liste gab es nicht. Aber im Zweifelsfall würde er sie eben einführen müssen. Ob es jedoch ausreichen würde, um eine Slughorn wirklich des Ministeriums zu verweisen? Er war nicht sicher. Er jedenfalls hätte auch mit einem solchen Eintrag seinen Weg hinein gefunden. Atreus behielt den Absatz dennoch bei. Es ging ja um dir Botschaft dahinter, nicht wahr? Seine Geduld mit ihr war eben auch nicht unerschöpflich.

Zitat:Wenn du Gewürzhandel im Übrigen ganz grundsätzlich mit etwas gewöhnlichem verbindest, zeigst du damit bloß deine eigene Unerfahrenheit. Aber ich nehme an, viel weiter als Frankreich und das kalte, verhärmte England hast du es nie gebracht?

Der letzte Teil fiel Atreus am schwersten zu formulieren. Nicht, weil er nicht wusste, was er antworten sollte. Er wusste nur nicht, wie viel er ihr hier durchgehen lassen wollte. Er entschied sich schließlich für die wohlwollendere Variante, auch, weil Emilia ihm ja genug Zündstoff gegeben hatte, um sie wochenlang damit aufzuziehen. Da konnte er diese eine Gelegenheit ziehen lassen, nicht wahr?

Zitat:Sonntagabends bin ich gelegentlich ebenfalls hungrig, das trifft sich also gut. Sei um Sieben fertig, ich lasse dich abholen.

Hältst du bis dahin aus?
[Bild: NuyA5ek.png]
Geschrieben von Emilia Slughorn - 09.10.2026, 23:01
Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Ist es nicht seltsam wie lange man einander kennen kann und doch so viel nicht über den anderen zu wissen? Ich habe so viele Fragen. Langweilst du dich oft auf der Arbeit? Wo wärst du gerade lieber wenn du einfach an jeden Ort auf der Welt apparieren könntest? Ich wünschte wir wären wieder in Frankreich und könnten dem Rauschen der See lauschen und die Sonne auf unserer Haut spüren. England kommt mir manchmal so kalt und verhärmt vor.

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Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Ich fühle mich oft einsam seit alles vorbei ist. Ich weiß, dass wir schon einiges wieder aufgebaut haben, doch manchmal fühlt es sich an als wäre die Verbindung eine andere. Als wäre das Band was uns einst alle zusammenhielt ein dünner Faden der jederzeit zerreißen könnte. Ich glaube das würde auch mich zerreißen.

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Es waren Briefe wie sie sie immer schrieb, seit Frankreich. Es ging fast mehr um das Schreiben an sich als darum, dass sie glaubte, dass er darauf antworten würde, oder sie überhaupt las. Sie hatte ihm viele Briefe geschrieben und manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie das eher für sich selbst als für ihn tat. Ihr Herz setzte einen Schlag aus, als Smokey zurückkehrte und sie blickte ihn erwartungsvoll an, woraufhin sie nur einen irritierten Blick erntete. "Und?" fragte sie aufgeregt. "Miss...?" fragte er irritiert. Merlin, wie konnte man nur so wenig intelektuelle Kapazitäten besitzen. "Hat er ihn gelesen? Hast du eine Antwort?" "Mister Atreus hat Smokey fortgeschickt, Miss. Smokey kann" Mit einem Schwung ihres Zauberstabs brachte sie den Elf zum Schweigen, mehr musste sie nicht hören und sie spürte, dass sich eine Welle von Enttäuschung in ihr breit machte, aber was hatte sie auch erwartet? Er schrieb nie zurück. Sie wusste das. Sie würde ihm trotzdem weiter schreiben, weil sie das eben so machte. Sie tauchte die Tinte also erneut in das Fass.

Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Ich weiß dass du mir nicht antworten wirst. Ich weiß auch, dass du diese Worte vermutlich gar nicht ließt. Sie kommen mir dennoch nicht vergeudet vor. Allein die Vorstellung mit dir zu sprechen, egal wie einseitig erfüllt mich mit Wärme, auch wenn ich wünschte du wärst wirklich hier und ich könnte dich ansehen. In deiner Nähe fühlte ich mich glücklich. Sie ist mir teurer als Worte aus Tinte es je sein könnten.


[Bild: Unterschrift_Emilia_schwarz.png?ex=6accd...y=lossless]


Auch diese drei Briefe drückte sie wieder Smokey in die Hand, auch wenn sie nicht davon ausging, dass er sie lesen würde. Sie wieß ihn an, ihr einen Tee zu kochen bevor er ging und als er mit der Kanne und einer Tasse zurück kehrte schwebte neben ihm ein kleines Tablett, auf dem ein kleiner Umschlag lag und sie könnte schwören, dass ihr Herz für mindestens fünf Sekunden keinen Schlag machte, bevor es ihr geradezu davon gallopierte. "Gib her" sagte sie, warf dabei fast den Tee um und öffnete den Brief mit einem breiten Lächeln bevor ihre Augen über die Zeilen huschten. Sie schnaubte kurz amüsiert bei den beiden Zusätzen und setzte sich sofort wieder an den Tisch. Er hatte ihn gelesen. Und er hatte ihr geantwortet. Dann würde sie den Ton vielleicht doch ein bisschen herunterspielen.

Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Ich danke dir für deine Antwort, meine letzten Briefe scheinen dich nicht erreicht zu haben. Ich bin froh, dass dieser es getan hat.

Ich habe das Siegel nicht entwendet, ich habe es ausgeborgt. Es ist längst wieder zurück an seinem Platz. Wie immer unterschätzt du mich maßlos. Ich wollte nicht warten, bis du wieder Zuhause bist. Die Zeit drängt. Aber du hast recht. Wir sollten darüber von Angesicht zu Angesicht sprechen. Ich muss allerdings noch etwas mit der Lerche vorbereiten, bevor ich darüber sprechen kann.

Gewürzhandel? Ich habe deine Familie nicht für so gewöhnlich gehalten. Ich freue mich schon auf die Gelegenheit sie persönlich mitzunehmen.

Ich denke ich werde Sonntag Abend hungrig sein ...

[Bild: Unterschrift_Emilia_schwarz.png?ex=6accd...y=lossless]


Sie wartete einen Moment bis die Tinte getrocknet war und übergab ihn Smokey dieses Mal mit schlichtem Wachs aber ohne gestohlenes Siegel. "Na los, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit" sagte sie schickte ihn fort und erst als er bereits einige Minuten aus der Tür war wurde ihr bewusst, dass er auch noch die anderen Briefe bei sich hatte. Oh fuck. Das war vielleicht ein Problem ...
Geschrieben von Atreus Travers - 09.10.2026, 22:07
Atreus hätte den Brief diesmal geöffnet. Auch ohne Richards Siegel und den offiziellen Eindruck, den die Zustellung machte, hieß das. Allerdings hätte er ihn - oder besser gesagt sie, denn es handelte sich ja um gleich drei Briefe auf einmal - wohl zunächst zur Seite gelegt und sich erst damit beschäftigt, nachdem er wieder Zuhause war. Denn nach den wenigen Briefen, die er gelesen hatte, bevor er seine Elfen angewiesen hatte sämtliche weiteren Schriftstücke ungelesen dem Kaminfeuer zu übergeben (eine Anweisung, die er im übrigen noch revidieren musste, das durfte er nicht vergessen), war der Inhalt sicher kaum dazu geeignet, mitten auf der Arbeit gelesen zu werden. Und Arbeit, das war eben, was er erwartete als die zerrüttet dreinblickende Hauselfe in sein Büro trat und ihm drei Briefe ‚aus dem Hause Slughorn‘ überreichte. Dabei galt sein erster Gedanke tatsächlich Emilia - dann jedoch sah er das Siegel und seine Gedanken nahmen naiverweise eine andere Denkrichtung an.
Erst also, als er den ersten Brief bereits geöffnet und die ersten Zeilen überflogen hatte, wurde ihm sein Irrtum bewusst. Ein hörbares, wohl ein wenig missgestimmtes Seufzen glitt aus Atreus‘ Kehle und erst das helle Räuspern der Elfe erinnerte ihn daran, dass er in seinem Büro trotz aller neuen Annehmlichkeiten nicht alleine war.
Er warf einen vielsagenden Blick über den Pergamentrand.
„Solltest du nicht schon längst wieder in das Loch zurück gekrochen sein aus dem du kommst?“ Die Elfe blickte ihn für einen Moment stumm an, dann senkte Atreus den Brief ein wenig und lehnte sich vor, ganz als habe er vor sich wieder aus seiner sitzenden Position zu erheben. „Du sollst verschwinden“, wiederholte er den Subtext der letzten Frage noch einmal ganz explizit - und siehe da, die Elfe gehorchte. Merlin, das hatte aber gedauert.

Der erste Brief war belanglos. So sehr Atreus gerade das wiederum amüsierte (und ein nervöser Richard ein Anblick war, den er gerne ebenfalls erspäht hätte), so erschloss sich ihm nicht ganz, weshalb Emilia es für nötig hielt, diese Zeilen ans Ministerium zu richten, als könne es nicht warten bis er wieder zuhause war. Ohnehin - wie lange war er jetzt hier? Eine Stunde? Vielleicht zwei? Das war ja beinahe schon erbärmlich. Nicht, dass das bedeutete, dass ihm das nicht gefiel. Es gefiel ihm nur nicht, dass es ihm auf der Arbeit gefiel. Es lenkte ihn ab.
Emilias zweiter Brief hingegen war ihm ein Mysterium. Er hatte nicht den blassesten Schimmer, was sie da andeutete - oh, aber er begriff, dass sie etwas andeutete. Und allein deshalb landete dieser Brief im Feuer, noch bevor er ihn ein zweites Mal las. Merlin, jetzt musste er ihr antworten, nicht wahr? Und wenn nur, um zu vermeiden, dass sie noch weitere solcher verräterischen Briefe ins Ministerium sandte.
Atreus Fehler allerdings war, dass er zunächst den dritten Brief öffnete. Es war nur eine einzige Zeile darin und dennoch war der Inhalt fast unverantwortlicher als der im Brief zuvor. Regelrecht hastig knallte Atreus den Pergamentbogen gegen die Tischplatte, ganz als befürchte er, jemand hinter ihm könne den Brief mitlesen. Erst einen Atemzug später erinnerte er sich daran, dass er ja allein war. An der Hitze, die derweil in seine Wangen gekrochen war, änderte das allerdings nur wenig. Shit. Das war… Er musste ihr verbieten, ihm hier zu schreiben. Sie konnte nicht sowas schreiben.

Es brauchte noch ein paar Minuten - und einige Schritte quer durch das Zimmer - bevor Atreus wieder zum Schreibtisch zurück fand und eine Antwort verfasste.

Zitat:AN: Emilia Slughorn
VON: Atreus Travers


Emilia,
dein Vater scheint wirklich nicht ganz bei sich zu sein, wenn er nicht bemerkt hat, dass du sein Siegel entwendet hast. Ich weiß, dass ich mir das vermutlich selbst zuzuschreiben habe, aber beim nächsten Mal reicht es auch, wenn du deinen Namen als Absender nennst und den Brief zu mir nach Hause adressierst.

Ganz abgesehen davon: Wenn es etwas gibt, über das du Sprechen möchtest, lass uns das doch persönlich tun. Ich kann dir eine Elfe schicken, wenn ich wieder Zuhause bin.

Bis dann,
[Bild: NuyA5ek.png]

Atreus las seine eigenen Worte mit zusammen gezogenen Augenbrauen. Ja okay, seinetwegen. Merkte er auch, dass das kaum eine angemessene Antwort war. Aber was sollte er denn schreiben? Ebenso belanglosen Quatsch? Ein offener Tadel für ihre Naivität? Dass er sie auch vermisste? Auf gar keinen Fall. Wenigstens aber ein kurzes Post Scriptum verfasste er dann doch.

Zitat:P.S.: Getrocknete Rosenblüten findest du in jeder Apotheke oder Gewürzhandel. Aber ich bin sicher, das wusstest du schon, nicht wahr?

Nein, das war nicht besser. Leider so gar nicht.

Zitat:P.P.S.: Ich bin sicher, wir haben noch welche übrig, die du dir beim nächsten Mal mitnehmen kannst.

Urgh.
Geschrieben von Emilia Slughorn - 09.10.2026, 20:59
"Du gibst ihn ab. Und du bestehst darauf, dass er vertraulich ist und nur Atreus Travers ihn lesen kann" wies sie den Elfen abermals an und hatte dennoch nur wenig Hoffnung, dass diese Information zu ihm durchgedrungen war. Es war bei weitem nicht der erste Brief, dem sie ihn schickte, es würde auch nicht der letzte sein, doch dieses Mal hatte sie Hoffnung, dass er ihn lesen würde. Vielleicht auch weil sie das Siegel ihres Vaters stibitzt hatte und alles an diesem Brief so aussah, als würde er von Richard sein und irgendeine für die Arbeit lebenswichtige Information enthalten können, dabei gab es in Wirklichkeit gar nichts so Wichtiges, dass sie zu sagen hatte. Jedenfalls nicht auf einem Schriftstück verewigt. Doch es kam ihr vor als sei das Frühstück schon hundert Jahre her, dabei konnten es gerade mal ein paar Stunden sein.


Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Atreus,

Bitte richte deiner Mutter nochmal meinen Dank für das Frühstück aus. Kannst du sie fragen woher man die kleinen Blumen für den Tee bekommt?

Ich bin wieder Zuhause. Arvi schreckt noch immer vor jedem Geräusch zurück. Es ist grausam, ihm das nicht zu ersparen, meinst du nicht auch? Ansonsten ist es ruhig. Sie werden es vermutlich nicht so schnell wieder versuchen. Ich wünschte sie würden es jetzt gleich tun. Dann würde er wissen, dass es keinen Grund mehr gibt sich zu fürchten. Ich glaube du würdest das anders regeln. Dad ist merkwürdig still im Augenblick. Ich glaube er weiß selbst noch nicht, wann er ins Ministerium zurückkehrt. Solltest du irgendwelche Unterlagen brauchen, kannst du jederzeit vorbeikommen. Ein bisschen Ablenkung würde ihm vielleicht gut tun. Was beschäftigt dich heute? Irgendwelche spannenden Gesetze die du kippen kannst? Ich weiß, du wirst vermutlich nicht antworten. Vielleicht öffnest du den Brief nicht einmal. Danke für gestern. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.

[Bild: Unterschrift_Emilia_schwarz.png?ex=6accd...y=lossless]


Der Elf war gerade im Begriff durch die Tür zu treten. "Nein, warte" hielt Emilia ihn dann auf. Nein. Das war dumm. Es war belanglos. Es war nur ein Vorwand um ihm schreiben zu können. Um ihn einzuladen. Doch sie wollte nicht, dass er sie für einfältig oder oberflächlich hielt. Und sie hatte ja etwas zu sagen, nur dass sie es natürlich nicht direkt sagen konnte.


Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Ich weiß wie der Phoenix verbrannt ist.

Wir sollten bei Gelegenheit darüber sprechen. Du magst Phoenixe doch so gerne. Oder waren es andere Vögel?

Die Lerche hat auch gezwitschert. In der Nacht ist es immer am Dunkelsten, oder nicht? Wir sollten uns nicht zu viel Zeit lassen

Das würde er sicherlich deuten können. Und doch hielt sie Smokey noch ein weiteres Mal auf, als er wieder durch die Tür wollte um ihm auch noch einnen dritten Brief mitzugeben. Keine Anrede, keine Unterschtift. Nur die Wahrheit, die ihr in diesem Moment fast unerträglich schien
Zitat: AN: Atreus Travers
VON: Emilia Slughorn

Ich vermisse dich




dann sah sie dabei zu wie der Elf die Tür erneut durschritt und sie zögerlich anblickte. "Worauf in aller Welt wartest du?" fauchte sie ihn dann an. "Ich habe dir gesagt, dass es wichtig ist" sagte sie, hörte dem Ansatz von Entschuldigungen gar nicht zu, während sie hinter ihm die Tür zuknallen ließ. Und oh, es dauerte vielleicht zehn Minuten, da hatte sie schon das Gefühl erneut zur Feder greifen zu müssen.