02.02.2015, 23:00 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
liam & demelza
31. Mai 1998 | nachmittags
Liam bereute es nicht, dass er Demelza aus der großen Halle geschleppt hatte, es war die richtige Entscheidung gewesen, dessen war er sich sicher. Doch er dachte in diesem Moment darüber nach, wie die beiden Slytherin Mädchen die Situation vor Professor Macnair darstellen würden. Dass sie mit der Lehrerin darüber sprechen würden, da war sich Liam sicher – Lilah Macnair würde sicherlich einen genauen Bericht erwarten über das, was sich in ihrer Abwesenheit in der großen Halle ereignet hatte. Es war für Liam immer noch ein Rätsel, warum die Hexe überhaupt die große Halle verlassen hatte, nun – vielleicht war sie mittlerweile auch wieder aufgetaucht um dem Spektakel ein Ende zu setzen. Zu gerne hätte Liam mit angesehen was in diesem Moment da drinnen passierte und vor allem wie Macnair darauf reagierte. Doch vielleicht war es auch besser, wenn er das alles nicht mitbekam, die Schüler, die für das Chaos verantwortlich waren würden sicherlich eine saftige Strafe erwarten – man konnte nur hoffen, dass sie es geschickt angestellt hatten und sich nicht erwischen lassen würden.
Demelza ließ sich durch Liams Worte in keinster Weise umstimmen, wie es schien. Liam hatte nicht den Eindruck, als würde sich die Schülerin großartig darum kümmern, was in der Zukunft noch alles passieren konnte. Wenn sie sich weiterhin von den Slytherins provozieren ließ, dann würde das zu nur noch größeren Problemen führen, doch davon wollte die Gryffindor nichts wissen. Zumindest hatte sie in der Vergangenheit noch keine Probleme mit eben jenen Mädchen gehabt, das hatte Liam schon mal aus ihr herausbekommen. „Ich befürchte, dass das Inquisitionskommando in Zukunft noch viel mehr Rechte erhalten wird.“, sagte Liam ruhig und legte die Stirn in Falten. Man konnte deutlich erkennen, dass ihm diese Tatsache Sorgen bereitete. „Professor Macnair wird ihnen alles erlauben, wenn es dazu dient die Schüler fertig zu machen und das Verhalten auszumerzen, was ihr nicht passt.“, er hatte seine Stimme etwas gesenkt. Es war ihm klar, dass Demelza das jetzt nicht hören würde wollen und dass seine Worte nicht wirklich aufbauend waren, doch es war die Wahrheit.
Eigentlich waren Demelzas letzte Worte genau das, was Liam auch dachte. Zumindest nach seinem Gespräch mit Lilah Macnair am gestrigen Tag war der Referendar an dem Punkt angelangt, an dem er sich vornahm sich das eben nicht mehr gefallen zu lassen. Doch er wusste nicht wie sich das damit vereinbaren ließe seinen Job nicht zu riskieren, von daher befand er sich gerade ziemlich im Zwiespalt. Er konnte Demelza aber schlecht in ihren Worten bekräftigen, Liam wollte seine Schülerin wirklich nicht noch ermutigen, dann war er es nachher Schuld, wenn ihr ein Schulverweis drohte – um es mal ganz drastisch auszudrücken. „Es wäre besser, wenn Sie versuchen sich von den betreffenden fernzuhalten.“, sagte Liam dann langsam und sah Demelza eindringlich ein. „Es ist schwierig, sich nicht provozieren zu lassen – aber es würde Ihnen einige Schwierigkeiten ersparen.“, kurz hielt er inne. Liam bemühte sich seinen Gesichtsausdruck nicht streng, sondern verständnisvoll wirken zu lassen, Demelza sollte wissen, dass er auf ihrer Seite war und nicht gegen sie. „Sie können jederzeit zu mir kommen, wenn es Probleme gibt.“, fügte er dann noch hinzu. In diesem Moment wurde Liam wieder klar, wie schwer das alles für die Schüler sein musste – zwar hatte er auch mit Schwierigkeiten umzugehen, doch auf einer ganz anderen Ebene als Demelza und die übrige Schülerschaft. Immerhin musste er sich nicht von einer Horde Slytherins in Acht nehmen, die ihn auch Schritt und Tritt beobachteten.