13.09.2015, 13:23 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
SANTANA CHRISTINGTON & NASTY ANGELOI
24. JUNI 1998 | vormittags
War es nicht schön, wie leicht manche Schüler zu provozieren waren? Bei einigen reichte offenbar schon die alleinige Anwesenheit eines Mitglieds des Inquisitionskommandos, um sie auf die Palme zu bringen und Santana schien eine davon zu sein, auch wenn sie sich große Mühe gab, das zu verbergen. Nastys hämisches Lächeln brach nicht ab, auch wenn sie auf diese unverschämten Worte nur zu gerne etwas erwidert hätte. Aber sie war ja nicht hier, um ihr wegen eines nichtigen Widerstandes gegen die „Staatsgewalt“ Punkte abzuziehen oder ähnliches. Sie wollte ganz andere Geschütze auffahren und beließ es deshalb bei einem warnenden „Pass auf, mit wem du hier redest, Christington!“ Doch ihr war offensichtlich selbst schon klar, dass sie sich damit auf dünnes Eis begab, was der Slytherin nur wieder ein genugtuendes Lächeln auf die Züge zauberte. Recht so, die Schüler mussten wissen, wo ihr Platz war. Und Santanas Platz war nach dieser Offenbarung in dem Brief ganz weit unter dem Dreck ihrer Schuhsohlen.
DAS schien der Ravenclaw allerdings noch nicht ganz aufgegangen zu sein. Und dabei hatte Nasty immer gedacht, dass dieses Haus für Intelligenz und schnelle Auffassungsgabe stand. Doch in letzter Zeit bewiesen immer mehr Angehörige dieses Hauses (zuletzt nämlich ihr Bruder), dass dem offensichtlich nicht so war. Nasty schnaubte hönisch und erklärte so geduldig wie es ihr möglich war –und natürlich entsprechend abschätzig- was Sache war. Und dabei war sie doch SO nett und legte die eigentlichen, abartigen Tatsachen hier in der öffentlichen Eingangshalle nicht direkt auf den Tisch. Aber Santana stellte sich offenbar extra dumm, um der Sache irgendwie zu entgehen. Das war nicht nur schade, sondern auch irgendwie unlustig. Nasty hatte sich da mehr Gezeter und Geschimpfe erhofft, eine Diskussion, Geheule oder vielleicht sogar einen Übergriff, damit sich die Ravenclaw auch noch schön selbst in die Scheiße ritt. Das Gestottere und Dummgestelle war da wirklich langweilig, auch wenn sich die Slytherin immerhin daran ergötzen konnte, das Mädchen so richtig aus der Fassung gebracht zu haben. Ein entsprechend selbstgefälliges Grinsen legte sich nun auf die Züge der blonde Hexe, als sie Santana von oben herab betrachtete.
„Soll ich wirklich deutlich werden? Ich hätte allerdings nicht gedacht, dass ihr Ravenclaws tatsächlich so schwer von Begriff seid.“ Jetzt war es Nasty, die den Kopf schüttelte, ehe sie ganz nah an Santana herantrat. „Ich meine natürlich deine abartige Neigung, Mädchen zu küssen.“, zischte sie der Anderen dabei angewidert ins Ohr. Beim Zurücklehnen warf sie ihr einen scharfen, vieldeutigen Blick zu: Sie wusste Bescheid und sie würde nicht davor zurückscheuen, es öffentlich zu machen. Weder in der Schule, noch vor Santanas Vater. Nasty hob abschätzig die Augenbrauen und implizierte damit eine simple Frage: Alles verstanden?