30.09.2015, 15:53 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
SANTANA CHRISTINGTON & NASTY ANGELOI
24. JUNI 1998 | vormittags
Es war wirklich herrlich mit anzusehen wie Santana die Gesichtszüge entgleisten als die Botschaft ENDLICH zu ihr durchsickerte. Das war fast so schön mit anzusehen wie die entsetzten Gesichter, die die Schüler machten, wenn sie die diesjährigen Gewinner des Quidditchpokals lasen und ihnen klar wurde, dass ihnen ihre supertolle rebellische Natur und ihr Schandmaul rein gar nichts brachten- außer Strafmaßnahmen vielleicht. Nastys Grinsen konnte kraum noch boshafter werden, als Santana zu einer Rechtfertigung anzusetzen versuchte. Wie süß. Damit ritten die meisten sich nur noch weiter rein und auch die Ravenclaw machte den Fehler, ihr noch mehr Munition zu liefern statt es einfach abzustreiten oder zu gehen. Wobei es dafür jetzt auch zu spät war, denn sie würde sich jetzt sicher nicht einfach stehen lassen. Santana saß in der Falle.
„Natürlich ist es das. Ich brauche einer Ravenclaw wohl kaum die Bedeutung von ‚abartig‘ zu erklären, oder?“ Nasty überschlug sich innerlich fast vor Freude, so sehr gefiel ihr die Machtposition, in der sie sich grade befand. Leider wand sich Santana noch nicht vor Scham und Demut wie ein dreckiger Wurm, aber das war eigentlich auch nur noch eine Frage der Zeit. „Jamie?“ Die Slytherin überlegte kurz, ehe sie dem Namen ein Gesicht zuordnen konnte. Irgendein Hufflepuff. „Und ein Freund mit DIESEM Namen soll mir tatsächlich weis machen, du wärest nicht völlig verquer? Ha!“ Nasty lachte übertrieben auf. Aber wie sollte man auch anders reagieren, wenn man von einer ach so schlauen Ravenclaw einen Jungen mit Mädchennamen als „Beweis“ dafür geliefert bekam, man wäre keine abartige Laune der Natur. Davon abgesehen war es angesichts der momentanen Lage sowieso nicht sonderlich schlau von Beziehungen zu reden. Aber das behielt Nasty erst einmal für sich, wo Santana sich doch grade selber so schön in die Scheiße ritt. Man wollte sie in Gedanken fast schon anfeuern: Immer weiter so!
Offenbar halfen diese imaginären Rufe, denn ihr Gegenüber wollte nun eine Erklärung für das Ganze geben. Nasty hob vielsagend eine Augenbraue und lauschte skeptisch den eilig zusammen geschusterten Lügen Santanas. Sie hätte ihr diese Ungeküsst- Sache vielleicht sogar geglaubt (Wer wollte schon so eine offensichtlich hohlbirnige Ravenclaw küssen?), wäre da nicht der Brief gewesen. Also schnaubte die blonde Hexe ungläubig. „Erzähl keinen Scheiß. Dann hättest du deiner Schwester niemals so einen Brief geschrieben.“ Nasty wollte klar machen, dass die Brünette mit ihren faulen Ausreden nicht davon kommen würde. Und scheinbar war dieser das auch schon klar, denn nur wenige Augenblicke schien sie der Kampfeswille zu verlassen und die ersten Tränen glitzerten in ihren Augen. Das war für Nasty ein Triumph und sie genoss für einen Moment einfach nur die verzweifelte Lage des anderen Mädchens. Da half auch ein weiteres kurzes Aufbegehren nicht weiter. „Das geht mich sehr wohl etwas an. Nämlich wenn es wie gesagt um die Sicherheit unserer geliebten Mitschüler geht.“, erklärte Nasty besonders süß und freundlich, als würde sie mit einem begriffstutzigen Erstklässler reden. „Ich will doch nur deine geliebte Daria vor weiteren abnormalen Übergriffen schützen. Und im Prinzip schütze ich dich doch auch, denn so müssen deine Eltern nicht von deiner abartigen Neigung erfahren. Das wäre doch wirklich eine Schande.“ Der Tonfall hatte sich bei den letzten Worten bedrohlich verändert und machte deutlich, dass Nasty auch vor solchen Maßnahmen nicht zurückschrecken würde. Und die Christingtons waren sicher nicht so tolerant eingestellt wie es Santanas Schwester vielleicht war.