01.10.2015, 13:52 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
GINNY UND LÉA
GEGEN ABEND AM 22. JUNI 1998
Während sie noch auf ihrer Lippe herumkaute und Ginny dabei zusah, wie deren Grad an ‚Sauersein’ zunahm... musste Léa plötzlich lachen. Sie schüttelte den Kopf, hob abwehrend die Hände um zu signalisieren, dass sie das Lachen nicht böse meinte – aber sie konnte es einfach nicht zurück halten. „Oh Mann, ehrlich. Ich feiere deine Fähigkeit, sogar in Zeiten wie diesen noch an Quidditchpokalen festzuhalten!“ Sie gluckste und stieß Ginny versöhnlich in die Seite. „Wirklich. In diesem Laden bricht seit Monaten zusehends die Welt zusammen – und du hast den Schneid noch an simple Gerechtigkeit zu appellieren. Ginny Weasley – ich liebe dich für deinen uneingeschränkten Drang, an diese Gerechtigkeit zu glauben!“ Sie zwinkerte Ginny zu – und hoffte, dass diese verstand, dass sie das völlig ernst meinte. Es war so... erfrischend. Jemanden vor sich zu haben, der einfach so unerschütterlich an eine gute Welt glaubte, dass er sich in solchen Zeiten... für derlei ereifern konnte. „Herrlich. Wirklich. Okay – ja, du hast Recht. Und keine Sorge – deine Blicke haben vielleicht bisher niemanden getötet – aber ich bin ziemlich sicher, dass sie schon so manchem Bauchschmerzen bereitet haben.“ Léa grinste verschwörerisch und setzte etwas raunend hinzu. „So... in Erwartung eines baldigen Attentats von deiner Seite.“ Sie streckte Ginny die Zunge raus. „Wehe übrigens, dein tötender Blick sucht mich gleich heim! Nur damit du’s weißt – ich bin bestimmt schon seit unserem zweiten Jahr immun!“ Stimmte nicht. Aber sie bemühte sich ungefähr seit diesem Jahr, Ginny und ihrem urteilenden Blick die Stirn zu bieten. Klappte meist erstaunlich gut. Aber Léa hatte eben aus so einen... ähnlichen Blick drauf.
„Das wäre ganz schön unverantwortlich von dir, meine Liebe! Wenn du die Schlange gleich in die Mangel nimmst und ihr klar aufzeigst, was sie verdient hat... dann muss ich dich darin unterstützen. Und dann können wir im nächsten Jahr schätzungsweise nicht zurück kehren!“ Sie grinste wieder schelmisch. Allerdings machte ihr der Gedanke kaum etwas aus. Nicht zurück zu kehren. Sie betrachtete nachdenklich die Gläser – voll besetzt mit Rubinen und Smaragden. „Hm. Eigentlich wäre das gar keine so schlechte Idee. Wer weiß, ob Gryffindor überhaupt noch existiert. Wird sicher auch noch mittels irgendeines Erlasses verboten und einfach... gestrichen. Wäre ein ganz schön schnödes Quidditchspiel. So... ohne Häuser.“ Sie zuckte die Achseln. Wir fremd ihr Hogwarts plötzclich war. Und das hatte nicht nur mit den Rubinen zu tun, die so gut wie keinen Punktestand für Gryffindor zeigten. „WENN wir der Angloi eins reinwürgen... dann mit einem Plan! Du bist eine der besten Streicheplanerinnen, liebste Miss Weasley. Wenn wir es ihr heimzahlen, dann richtig. Sonst wirkt es nicht nachhaltig. Vielleicht sollten wir sie erst kurz vor der Hochzeit angreifen. Irgendwie... ihre Haut mit Pockennarben überziehen oder... grün färben.“ Ja – Léa war auch eher selten gehässig. Aber Nasty hatte sich einen gewissen... Ehrenposten verdient.
„Hochzeit. Wenigstens habe ich gehört, dass sie kein Fan dieser Hochzeit ist. Immerhin das gönne ich ihr von ganzem Herzen. Furchtbar... kannst du dir vorstellen, zwangsverheiratet zu werden?“ Léa schüttelte erneut den Kopf. Immerhin sowas war in ihrer Familie nicht (mehr) der Fall. Wobei sie sich manchmal fragte, ob ihre Eltern nicht auch eher arrangiert worden waren. So wenig hatten sie sich manchmal zu sagen gehabt. Konnte aber auch an den Umständen liegen. Dem, was die Jahre eben mit einer Jugendliebe anstellten. Da war Léa noch weit entfernt von eigenen Erkenntnissen. Umso gespannter – vielleicht auch eher neckend neugierig – sah sie nun ihre beste Freundin von der Seite her an. „Na – was sagen sie so zu... Hochzeiten, Miss Weasley?“