06.01.2016, 16:10 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
GINNY UND LÉA
GEGEN ABEND AM 22. JUNI 1998
Ginny lachte. Léa grinste zufrieden. Ganz offenbar hatte sie verstanden - so, wie Léa es erwartet hatte. Aber ein wenig Nervenkitzel war immer im Spiel, wenn man sich einen neckischen Kommentar erlaubte. Die Rothaarige verblüffte Léa allerdings mit einer deutlich… philosophischeren Antwort, als sie selbst dem Quiddtichwahn zugrunde gelegt hatte. "Wow, Ginny." Ihre Augen spiegelten ihre Verblüffung nur kurz wider, ehe sie lächelte und die Freundin kumpelhaft am Oberarm knuffte. "Da ist wirklich was Wahres dran - ich hatte es eher nur auf deinen Sportlerehrgeiz geschoben, gebe ich zu. Aber das schreibe ich mir vielleicht auf und hänge es nach dem Essen an unseren Spiegel!" Sie kicherte - doch meinte es wieder mal gar nicht so unernst. Der Gedanke an Quidditch als etwas Funktionierendes in dieser kaputten Welt - Léa mochte es. Sehr sogar. Sie hakte sich bei Ginny unter und nickte zu den Stundengläsern hinüber. "Immerhin WISSEN wir genau, wer gewonnen hat. Selbst die Slytherins wissen es."
Léa klatschte begeistert in die Hände, um der Erinnerung an den Besuch der Quidditchmannschaften noch einmal gebührend zu würdigen - auch wenn sie aus der Begegnung vielleicht nicht derart viel Mut und Motivation gezogen hatte, wie nun einmal Ginny. Das hatte sie vorher schon erwartet - aber eher, weil Ginny dem Sport noch einmal eine andere Hausnummer in ihrem Leben verpasste, als Léa. Es tat ihr leid, dass die Weasley - weil sie es geschafft hatte, so viel Kraft zu ziehen, was bewundernswert war - nun genau deshalb so derbe enttäuscht wurde. Sie zog Ginny wortlos in eine feste Umarmung. "Wir werden wieder Quidditch spielen - und in Hogwarts wird es irgendwann einen wahren Pokal geben - und diese Jahre, werden in die Geschichte von Hogwarts eingehen, als eine Zeit der Tyrannei - und es wird dabei stehen, wem der Pokal EIGENTLICH zustand. Es tut jetzt weh, Ginny, aber alle Fakten liegen offen auf den Tischen. Oder Besen… Wir haben gewonnen." Das war nicht so viel wert, wie Léa sich wünschte - besonders aufgrund der Worte von Ginny. Irgendwelche Worte in der Zukunft in Büchern abgedruckt waren kein guter Ersatz für die Wut, die Ginny jetzt verspürte, und das war völlig legitim. Trotzdem hoffte sie, ihr ein wenig Trost spenden zu können.
Damit waren sie auch schon bei fiesen Plänen. Léa lachte auf. "Oh, das nehme ich doch glatt als Kompliment auf!" Ginnys Gedanken konnte sie aber leider nur zu gut nachvollziehen. "Ja - mir fällt gerade auch nichts Kleines ein. Aber wir finden schon noch etwas. Keine Sorge." Eine kleine Falte furchte sich in Léas Stirn - diabolisches Warnsignal für Nasty. Aber die war nicht da und konnte diese Warnung somit nicht berücksichtigen. Pech.
"Schon heftig. Und so… weltfremd. So… veraltet." Einmal mehr musste sie den Kopf schütteln. Diese bescheuerten Reinblutfamilien waren wirklich ein Kapitel für sich. Wie schon häufiger schickte Léa ihren Eltern einen stummen Dank entgegen, dass sie nur auf andere Arten und Weisen verrückt gewesen waren - nicht auf die reinblutfanatische. Ginnys vehemente Antwort überraschte Léa ein bisschen - aber sie grinste gleich erfreut. "Ginny Weasley - Romantikerin!" Neckisch lachte sie, aber freute sich auch für Ginny und ihre Vorfreude. "Das ist übrigens eine ziemlich schöne Ansage - ich werde mich beizeiten dafür einsetzen." Sie wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. "Äh… tja! Ich muss erstmal Mister Right finden, versteht sich. Da bin ich ja noch nicht so weit wie manch andere…" Sie grinste vielsagend und guckte dann aber überlegend in die Runde. "Hm. Du hast es eigentlich schön beschrieben! Obwohl… ich fürchte, dass es bei mir doch etwas größer werden könnte, wenn man mir erst einmal freie Hand lässt. Einmal angefangen… naja. Ich organisiere doch so gerne!" Sie lachte und hob unschuldig die Hände.