27.10.2017, 21:23 - Wörter:
Eingangshalle
am 01.01.1970
Strange Birds
You’ve always loved the strange birds,
Now I want to fly into your world
I want to be heard
SANTANA Crishington && AURELIA Bletchley
14.10.1998, mittags
Es überraschte sie ehrlich gesagt, wieviel besser sie sich plötzlich fühlte. Vorher war alles noch aussichtslos, trist und irgendwie grau. Im Endeffekt war die Situation auch weiterhin so, aber Santana machte es irgendwie besser. Schöner. Es passierte ihr selten, dass sie so schnell jemandem vertraute und jemanden so gerne um sich hatte, wie es bei Ana der Fall war. Und dass sie jetzt zurück war, ließ ihr Leben plötzlich etwas leichter wirken. Bei ihrer Erklärung musste sie laut loslachen. Das war schon irgendwie witzig, einfach weil es so verrückt und ja, unausgegoren war und noch dazu gar nicht Santanas Art war. Zumindest hatte Aurelia sie bisher nicht so impulsiv eingeschätzt. „Ich muss zugeben, dass du mich überraschst. Das hätte ich dir gar nicht zugetraut.“, schmunzelte sie und zwinkerte ihrer Freundin zu. Das war eine ganz neue Seite an ihr, irgendwie rebellisch. Auf andere Art rebellisch als zuvor. Ihr gefiel das. „Und auch ziemlich loyal von dir. Daria kann froh sein, dass sie eine so beste Freundin wie dich hat.“ Sie lächelte Ana an und hoffte, dass sie sich wegen ihrer Aktion nicht zu schlecht fühlte.
„Nein, nein, ich kann das verstehen. Aber du warst plötzlich weg und heutzutage weiß ja keiner warum so etwas passiert. Ich habe anfangs gedacht, dass dein Vater dich vielleicht von der Schule genommen hat…“, sie redete sich ein bisschen hinein und gab dadurch sehr offen zu, dass sie viel an Santana gedacht hatte. War ja auch eher untypisch für sie, dass sie ihre Gefühle und Gedanken so offen legte, aber in der Gegenwart der Ravenclaw fiel es ihr fast schon schwer diese eben nicht zu zeigen. Das war verrückt und vor allem sehr neu für das sonst eigentlich etwas verschlossene Mädchen.
„Das klingt wirklich nach einem Abenteuer und vor allem ziemlich gefährlich! Zum Glück ist euch nichts passiert…“ Es war eigentlich ein Wunder, dass die beiden Mädchen es so aus Hogwarts rausgeschafft hatten. Immerhin waren die Sicherheitsmaßnahmen enorm und wurden gefühlt von Tag zu Tag noch verschärft. Aurelia musste kurz daran denken, dass es hoffentlich für niemanden Anlass war das alles noch strenger zu gestalten, damit man in Zukunft auch ja keinen Schritt mehr unbeobachtet tun konnte. Den Gedanken verdrängte sie jedoch ganz schnell wieder und konzentrierte sich auf Ana. „Dein Halbbruder Matt? Hat er dich dann zu deinem Dad gebracht? Ich wette er ist ausgerastet.“, sie sah Ana skeptisch und mitfühlend an. Natürlich wurde man für so etwas bestraft oder zumindest bekam man Ärger.
„Du hast nichts mehr von Daria gehört? Ohje, das hört sich ja nicht gut an. Ist ihre Familie denn schlimm? Wem muss sie sich denn noch stellen? Und was hat die Schulleitung gesagt?“ Fragen über Fragen, die wahrscheinlich auch die junge Crishington nicht alle beantworten konnte, aber Aurelia kam trotzdem nicht umher sie zu stellen. Ana machte sich sicherlich schreckliche Sorgen um ihre beste Freundin. „Also, wenn du reden willst oder einfach nicht allein sein willst oder dir zu viele Gedanken machst und Ablenkung brauchst… ich bin da für dich. Ich kann ganz gut zuhören.“
„Das war ziemlich vernünftig.“, sie rümpfte die Nase und schüttelte genervt den Kopf. „Ich war wohl etwas zu direkt. Aber ich seh es eigentlich auch nicht ein denen Honig ums Maul zu schmieren. Du bist abgehauen und hast schon genug Ärger, da musst du vorsichtig sein. Aber ich kann ruhig auch mal ehrlich sein!“ Sie seufzte und lehnte sich ein wenig an Santana, während sie keine Anstalten machte deren Hand loszulassen. Gerade war das ganz angenehm so. Um das auch zu signalisieren drückte sie Anas Hand leicht zurück und ließ sie einfach dort liegen wo sie war: fest in Anas Hand.
„Naja, Ärger gab es schon. Mein Dad fand es gar nicht witzig, meine Mum war da lockerer, aber fand es auch nicht toll. Und neulich bin ich nachts mal von Maria Stuart aufgegriffen worden, das war auch nicht so spaßig.“ Sie grinste etwas schief und zuckte mit den Schultern. So lief das heutzutage nun mal. Zum Glück waren Aurelia und Ana gleichgesinnt. Sonst würden sie wohl nicht so nah beieinander sitzen und Händchen halten.