08.06.2019, 18:19 - Wörter:
Die Ruine
am 01.01.1970
TONIGHT I’M GONNA HAVE MYSELF A REAL GOOD TIME
I FEEL ALIVE AND THE WORLD I’LL TURN IT INSIDE OUT
AND FLOATING AROUND IN ECSTASY SO DON’T STOP ME NOW
AMELIA&JACOB | 31. OKTOBER

„Wahrscheinlich…“, erwiderte Amelia ebenso schmunzelnd. Der Pub war zwar für viele Hexen und Zauberer ein beliebter Anlaufpunkt, aber für jemanden wie Jacob eher weniger. Und würde Lee im Burren nicht arbeiten, würde wohl auch Amelia kaum dort aufschlagen. Schulterzuckend überging sie dann den komischen Moment einfach. „Okay, die nächste Runde gehe ich holen… Vielleicht kann ich ja doch etwas von dem guten Stoff abgreifen“, überspielte sie ihre kurze Unsicherheit und erwiderte Jacobs Zuprosten. So ganz war Amelia allerdings noch nicht klar, was Jacob mit seinen Nachfragen beabsichtigte. Wollte er wirklich einen triftigen Grund für die Einladung genannt bekommen, einfach weil es ihn interessierte, oder wollte er ihr etwas mehr entlocken? War es eher ein Rückversichern für sich selbst, dass es richtig gewesen war die Einladung anzunehmen… dass sie ihn nicht vorführte oder ähnliches? Die Aurorin hatte ihn eigentlich nicht für unsicher gehalten, aber anders konnte sie sein Verhalten grade echt nicht einschätzen –und das wurmte sie, denn normalerweise hatte sie eine sehr gute Menschenkenntnis. Also versuchte sie es einfach weiter und würde den Spieß einfach umdrehen.
„Der Abend ist noch jung, vielleicht kommt das noch“, meinte die Brünette lachend, auch wenn sie hoffte, dass es nicht so kommen würde. Auf peinliche Alkoholexzesse konnte sie gut verzichten. Und wenn sie gewusst hätte, wer sich noch so alles in und um die Ruine herum rumtrieb, hätte sie Jacob wahrscheinlich augenblicklich hier weg gebracht. Doch so wollte sie den Abend einfach noch etwas zum Entspannen nutzen und ihre Begleitung etwas aufzulockern. „Was ist denn das schlimmste Kostüm, das dir an Halloween begegnet ist?“, fragte sie. Vielleicht konnte ihn das auch etwas von der Sorge um sein eigenes Kostüm ablenken. Diese schien aber mittlerweile in den Hintergrund gerückt zu sein, denn Jacob hakte abermals nach, warum sie nicht mit ihren Freunden hier war. Amelia wartete mit ihrer Antworte einen Moment ab, in dem sie ihren Begleiter genau beobachtete und sich eine verräterische Regung erhoffte. Aber er schien wirklich nicht zu verstehen, warum sie ausgerechnet IHN hierhin eingeladen hatte. Also sagte sie es direkt heraus: „Ich wollte den Abend lieber mit dir verbringen“, erklärte sie wie selbstverständlich –in der Hoffnung, dass er den Wink mit dem Zaunpfahl endlich verstand- und entschied sich dafür, nun ihrerseits die Fragen zu stellen. Angenehm waren sie ihm offenbar nicht, aber er ergriff auch nicht die Flucht. „Okay“, sie nickte auf seine Antworten hin, denn nach seiner Unsicherheit bezüglich seines Kostüms hatte sich Amelia schon gedacht, dass er niemals selbst eine solche Feier veranstalten würde. Wahrscheinlich eher gesittete Events mit den besten Getränken in ganz London. Die Aurorin grinste ein wenig bei der Vorstellung einer solchen –wahrscheinlich eher langweiligen- Party und horchte dann interessiert auf, als Jacob von den getrennten Wegen sprach, die er mit seiner Freundin ging.
Da Amelia niemand war, der falsches Mitleid heuchelte und Jacob diese „Trennung“ auch eher aus anderen Gründen unangenehm zu sein schien, nickte sie abermals und überlegte, ob sie weiter nachhaken sollte. Aus Neugierde hatte sie sich ein wenig über die beiden informiert, aber sonderlich liebevoll schien diese Beziehung nie gewesen zu sein und laut den wenigen Infos von Jacob schien das sowieso eher eine Verbindung aus Prestige-Gründen zu sein. Also entschied sich Amelia statt weiter nachzustochern für einen anderen Weg. „Dann sorge ich wohl heute Abend für etwas Ablenkung?!“, meinte sie mit erhobenem Glas und einem Lächeln im Gesicht. Wie diese Ablenkung aussehen mochte, würde man ja sehen. Amelia wagte einen Anfang: „Tanzt du?“
