15.06.2019, 22:00 - Wörter:
Die Ruine
am 01.01.1970
Happy Hour
31.10.1998
Vincent lächelte noch einmal über die Versprechungen des Gastgebers und freute sich darauf, den restlichen Abend nur mit Edward zu verbringen. „Naja, ich würde sagen, die tolle Party hier ist ja Resultat genug deiner Aktionen der letzten Wochen“, antwortete er, weil Edward meinte, bei ihm wäre zuletzt nicht viel losgewesen. Vincent fand Partyplanung auf jeden Fall erfreulicher als das, was er selbst zu erzählen hatte. „Nein, ich wohne mit meinem besten Freund zusammen“, beantwortete er zunächst Edwards Frage. Hatte er das noch gar nicht erzählt? Er seufzte bei Edwards zweiter Frage und überlegte kurz, wie er das jetzt am besten erklären sollte. „Das zwischen den beiden hat wohl schon in Ilvermorny angefangen zu Schulzeiten. Damals waren sie wohl verknallt ineinander und naja… sie haben es mir nicht gesagt, weil ich damals ins Jacob verknallt war“, erklärte er und hoffte, dass Edward das jetzt nicht zu seltsam fand, wo er ja auch gerade erst erfahren hatte, dass Vincent mit Jacob zusammenwohnte. Das konnte man jetzt auch komisch auffassen. „Auf jeden Fall war das aber vor 13 Jahren!!“, beeilte er sich daher zu betonen „und dieses Thema ist schon SEHR lange zwischen Jacob und mir durch. Ich meine, ich war dann auch 8 Jahre in einer Beziehung und es glaubte wohl niemand mehr, dass ich immer noch hinter Jacob her wäre…“ Er verdrehte die Augen. „Dennoch lief die Sache zwischen den beiden wohl die ganze Zeit weiter und das noch bis heute irgendwie…“, erklärte er weiter und biss auf seine Unterlippe, „das ist total seltsam für mich. Die beiden sind neben Sevilla die wichtigsten Personen in meinem Leben und offenbar ging es ihnen so viele Jahre lang aus diesem Grund schlecht und ich wusste überhaupt nichts davon… das bestürzt mich wirklich! Und ich fühle mich auch echt hintergangen“ Vincent sah hinunter auf seinen Arm, wo Edward ihn streichelte, und dann wieder leicht lächelnd auf in Edwards Gesicht. Es tat gut, wie Edward ihm zuhörte und ihn verstand und ihn trösten wollte. „Ich verstehe einfach nicht, warum sie mich so viele Jahre lang angelogen haben und was sie von mir denken… dass ich ihnen ihr Glück versauen würde oder so etwas…“, sagte er noch mit einem Schnauben. Es tat gut über diese Sachen mit Edward zu sprechen. Vincent legte seine freie Hand an Edwards Wange, streichelte ihn dort kurz und sah intensiv mit einem dankbaren Blick in Edwards Augen. Obwohl es gerade um etwas ganz anderes ging, ließ Edwards Art ihn zu trösten, Vincents Herz höher schlagen.
Als es dann ums Tanzen ging, freute Vincent sich zunächst, dass Edward einem Tanz sofort zustimmte. Doch als Edward sich dann so umfangreich weiter erklärte, musste Vincent etwas lachen. „Du bist ja süß“, sagte er ein wenig neckend, „Natürlich ist das okay! Denkst du, ich kann nur Standardtänze? Ich kann auch ganz normal tanzen, keine Sorge!“ Er zwinkerte ihm einmal zu. Dann zog er Edward an der Hand mit sich auf die Tanzfläche. „Wenn du nicht lieb zu mir bist, vielleicht blamiere ich dich dann aber doch“, scherzte er dann, „Ich könnte plötzlich eine Ballett Einlage hinlegen oder sowas!“ Er wollte Edward noch ein bisschen wegen seiner Bedenken necken, fing dann aber an, einfach einzeln zur Partymusik zu tanzen. Natürlich sah jedes Tanzen bei Vincent immer ein bisschen professioneller und krasser aus als bei Leuten, die nicht Tänzer waren. „Die Musikauswahl auf deiner Party gefällt mir auch echt gut“, sagte er, während er weiter tanzte. Er traute sich jetzt nicht, Edward näher anzutanzen. Natürlich hatten sie schon im Iron zusammen getanzt und eben hatten sie auch hier auf der Party Händchen gehalten, aber Vincent war sich nicht sicher, wie viel Öffentlichkeit hier für Edward auf seiner Party okay war. Immerhin lernten sie sich gerade erst kennen.
