26.07.2019, 22:12 - Wörter:
Flur
am 01.01.1970
WE DON’T HAVE THE POWER
BUT WE NEVER SAY NEVER
SITTING IN A SANDPIT, LIFE IS A SHORT TRIP
THE MUSIC’S FOR THE SAD MEN
FLORENCE & MALEKO | Montag, 02. November | nachmittags
Das alles hier, das war für Maleko ein einziger Zwiespalt.
Einerseits hasste er Umzüge, er hasste es, sich an neue Lebensumstände anzupassen. Und sein Leben in Indien hatte er geliebt – ein Leben, aus dem er eigentlich niemals weggehen wollte. Die letzten Jahre waren für ihn absolut perfekt gewesen – mehr oder weniger allein zu leben, wenige Menschen um ihn herum, nur von Yoga und der Kunst zu leben, das alles waren Dinge, die er in einem perfekten Leben einfach brauchte. Und gleichzeitig waren das Dinge, die er nun innerhalb nur weniger Tage einfach hinter sich gelassen hatte, ganz ohne auch nur eine Sekunde zurückzuschauen.
Auf Geheiß des Dunklen Lords war der junge Mann mittlerweile nach London gekommen, um dort im Ministerium zu arbeiten und die Tätigkeiten der Todesser dort zu überwachen. Er hatte sich intensiv mit allem beschäftigt, was hier in den letzten Monaten passiert war, mit den Gesetzen, mit allen Veränderungen und auch mit dem Aufstand der Engländer. Und das war die andere Seite der Medaille: Denn dieses Gefühl, endlich eine wichtige Position für Lord Voldemort zu bekleiden, das war ein wahrer Segen für ihn, eine Erfüllung. Das, was die Leere seines ihm entrissenen Lebens zumindest teilweise zu füllen vermochte. Er war stolz darauf, dass man ihm diese Position anvertraut hatte, dass er jetzt zu denen gehörte, die im Ministerium ganz oben standen. Und trotzdem war London für ihn jetzt erstmal ein großes Rätsel – er war noch niemals länger hier gewesen und obwohl er sich in großen Städten immer schnell recht heimisch gefühlt hatte, brauchte er noch etwas, um sich hier zurecht zu finden. Er zog seine Jacke ein bisschen fester zusammen, um sich vor dem Wind zu schützen. Noch so was, was er in England einfach besorgniserregend fand, das Wetter, die Kälte, den andauernden Sturm.
Mit großen Schritten ging er die letzten Meter auf das Haus zu und blieb schließlich abrupt stehen, um zu klopfen. Der erste Punkt auf seiner Liste für seine ersten Tage in London: Endlich seine Schwester wieder sehen. Er hatte sie nun schon einige Monate nicht mehr gesehen – sie nun endlich wieder in die Arme zu schließen war daher mit Abstand das allerbeste an diesem Umzug. Obwohl sie beide so gänzlich unterschiedlich waren, standen sie sich schon immer sehr nah – dass sie nun endlich wieder in der gleichen Stadt lebten, würde ihr gutes Verhältnis hoffentlich wieder aufleben. Als sich endlich die Tür öffnete, grinste Maleko seiner Schwester entgegen – sie war immer noch wunderschön und sofort durchströmte ihn ein wohliges, ein heimisches Gefühl. Und dann fiel ihm noch ein weiteres Detail ein – war sie etwa…? „Florence, bist du schwanger?!“
