04.09.2023, 20:13 - Wörter:
Malfoy | I thought I saw the devil this morning Looking in the mirror, drop of rum on my tongue My past has tasted bitter for years now So I wield an iron fist Grace is just weakness... or so I've been told |
lucius malfoy 45 jahre arbeitslos reinblut (sacred 28) verheiratet mit narcissa malfoy (zumindest auf dem papier) mads mikkelsen | Die zittrige Hand klammert sich am Whiskeyglas fest wie an einem rettenden Anker. So fest, dass die Fingerknöchel weiß hervortreten. Strähnig-graues Haar hängt ihm in Wellen ins Gesicht, über die von winzigen, glitzernden Schweißperlen bedeckte Stirn. "Noch einen doppelten." Seine Stimme bebt. Verrät ihn. Er beißt sich auf die Zunge, drängt die unliebsamen Tränen zurück, die sich in seinen Augenwinkeln sammeln. Was würde der Dunkle Lord sagen, wenn er ihn so sehen könnte? Lachen, wahrscheinlich. Und sagen: Ich habe es stets gewusst, Lucius. Du warst schon immer ein winselnder Feigling.
Der Alkohol in seinem Rachen betäubt ihn heute nicht, zunindest nicht genug. Er schmeckt nur nach Bitterkeit. Angst. Scherben. Der Gewissheit, dass die wenige Wärme, die er in seinem Leben je kennenlernen durfte, sich in Staub und Asche aufgelöst hat. Er weiß, dass er keine Kreatur ist, die existiert, um geliebt zu werden. Das war er noch nie. Und so trauert er einer Zukunft hinterher, die es niemals hätte geben können. Eine Zukunft, in der das Leben gut zu ihm ist, und er gut zur Welt. Lucius lässt den doppelten Whiskey auf dem Tresen stehen und wankt nach draußen, den teuren, schwarzen Mantel, der an vergangene Tage erinnert, fest um sich geschlungen. Vor der Tür rempelt er versehentlich zwei junge Männer an, von denen ihn einer an den Schultern zurückstößt. "Pass doch auf, alter Sack!" Er taumelt rückwärts in eine Pfütze, unter dem Lachen der Jüngeren. Schwer atmend rappelt er sich wieder auf, klopft sich den Mantel ab, von dessen Enden Matsch tropft. Die Träne auf seiner Wange brennt wie flüssiges Gift. Er reckt das Kinn in die Höhe und geht weiter, als würde ihm die Welt gehören. Eine Welt, die nicht mehr die seine ist. Soooooo! Dieser kleine Ausschnitt beschreibt denke ich schon ganz gut, was aus Lucius geworden ist, seit Voldemort gestürzt wurde und er gezwungen war, sich bedeckt zu halten. Der Name Malfoy bedeutet heute längst nicht mehr das, was er einmal war. Statt ihn zu respektieren, bringt man ihm zumeist nur Abscheu entgegen. "My father will hear about this!" - Das war einmal. Heutzutage hört Lucius von Draco nämlich garnichts mehr. Lucius hat, gelinde gesagt, alles verloren. Seine Frau ist ihm abgehauen und hat nun, verständlicherweise, vor, sich schnellstmöglich von ihm scheiden zu lassen. Die Frau, die stets der Rückhalt in seinem Leben war und die er so ungesund-besitzergreifend liebte, dass es ihn beinahe um den Verstand brachte. Sein Sohn wiederum wünscht sich wohl, ihn am liebsten einfach zu vergessen. Die schönen Zeiten aus dem Gedächtnis zu radieren, und wieder von vorne anzufangen. Und Lucius? Der tingelt allein in der Weltgeschichte umher, ist mal hier und mal dort und meistens betrunken. Von seinem alten Glanz sind nur noch Bruchstücke übrig geblieben, zerbrochene Splitter eines Spiegels, in dem er nur noch Fragmente von sich selbst betrachten kann. Irgendwie schafft er es zeitweise immernoch, eine stoische Arroganz an den Tag zu legen... Aber die geht meistens in Zynismus und Verbitterung unter. Er ist verzweifelt, keine Frage, und seine Zukunft ungewiss. Von seinen alten Idealen, der Reinblutideologie, hat er sich nach wie vor nicht verabschiedet. Andererseits stößt es ihm natürlich schon bitter auf, was all das ihm letzten Endes eingebracht hat. Am liebsten würde er die Zeit zurückdrehen und diesmal alles richtig machen. Da das aber nicht geht, verliert er langsam den Verstand. In den meisten Kneipen und Pubs hat er bereits Hausverbot, weil er früher oder später - je nachdem, wo er sich befindet - seinen Zauberstab oder seine Fäuste auspackt. Die Nase ist inzwischen mehrmals gebrochen, das Haar kürzer, die Bartstoppeln länger. Und sonst? Nicht viel. Einen Job hat er längst nicht mehr, nichtmal mehr ein festes Zuhause, wenn man von der winzigen Behausung seiner einzigen Vertrauten absieht, die in seiner Stammkneipe in London arbeitet und die er derzeit mit seiner Anwesenheit Lucius' Zukunft ist an der Stelle völlig offen, und Verbindungen sind in jede Richtung möglich. Wird er versuchen, andere um sich zu scharen, die nach wie vor dieselben Ideale teilen wie er? Oder erkennt er langsam aber sicher, dass sein Leben und das Festhalten an dieser Vergangenheit eine Einbahnstraße ist? Klar ist nur, dass er nicht von heute auf morgen plötzlich aufwacht und mit Muggelstämmigen Hand in Hand über Blumenwiesen frohlockt und sich von ihnen die Haare flechten lässt (auch, wenn sie dafür immerhin noch lang genug wären). Dementsprechend freu' ich mich über Connections jeder Art, alte und neue! - Jetzt muss ich mich aber erstmal verabschieden und mich um den alten Malfoy kümmern, ich glaub' nämlich, Lucius hat bei seinem Glück gerade wieder einem Muggel-Bodybuilder vor der Bar auf die Schuhe gekotzt... |
