- WIE WIRD MAN ZUM WERWOLF
Zu Werwolfangriffen kommt es aus verschiedenen Gründen (natürliches Jadgverhalten der Werwölfe, als Reaktion auf Provokationen, territoriales Verhalten) und so gut wie immer werden die Angegriffenen schwerwiegend verletzt, auch ein fataler Ausgang für die Opfer ist möglich. Magische Personen überleben einen Werwolfangriff eher als Muggel.
Oft sind die Verletzungen so gravierend, dass es schwierig ist, infizierende Bisswunden zu identifizieren. Solche können manchmal erst dann sicher ausgeschlossen werden, wenn beim nächsten Vollmond eine Verwandlung ausbleibt.
In der Vergangenheit haben sich Werwölfe zum Vollmond in dicht besiedelten Gegenden oder in der Nähe ihrer Feind*innen versammelt, um im verwandelten Zustand eine besondere Gefahr darzustellen. Während diese Handlung an sich als politisch motiviert oder kriegerisch verstanden werden kann, ist unklar, inwieweit es manchen Werwölfen möglich ist, im verwandelten Zustand auf ihr menschliches Bewusstsein zuzugreifen und gezielte Angriffe auszuüben.
Ausschlaggebend für die Folgen ist die Schwere des Werwolfangriffs sowie auch der Verwandlungsstand des Angreifers:
BISS EINES VOLLSTÄNDIG VERWANDELTEN WERWOLFS: Infolgedessen findet eine vollständige Fluchübertragung statt und der oder die Gebissene verwandelt sich ab dem nächsten Vollmond in einen Wolf. Ist der Werwolf noch in der Verwandlungsphase oder löst sich daraus bereits wieder, führt sein Biss ggf. nicht zur vollständigen Übertragung des Fluchs.
VERLETZUNGEN (EXKL. BISSE) DURCH EINEN VOLLSTÄNDIG VERWANDELTEN WERWOLF und BISS DURCH EINEN NICHT VERWANDELTEN WERWOLF: Bei beidem findet keine vollständige Fluchübertragung und somit auch keine Verwandlung zum nächsten Vollmond statt. Dennoch bleiben (sofern der oder die Gebissene den Angriff überlebt) nach Erkenntnissen führender Forschender Narben zurück, die sich jeder magischen Behandlung widersetzen, und es können lykantrophische Symptome in abgeschächtem Ausmaß auftreten.
Trotz ausbleibender Verwandlung können bei Betroffenen folgende Symptome in unterschiedlicher Ausprägung festgestellt werden: geänderter Appetit oder vollständige Ernährungsvorliebensveränderungen (besonders auffällig das Verlangen nach rohem Fleisch), charakterliche Veränderungen (oft beschrieben als intensiveres Empfinden von Emotionen – eine starke Verstärkung von Gefühlen), zusätzliche Gereiztheit einige Tage vor und einige Tage nach Vollmond, geschärfte Sinneswahrnehmung (aller oder einzelner Sinne), körperliche Veränderungen (stärkerer Muskelaufbau oder auch Abgeschlagenheit) sowie möglicherweise verstärkte magische Fähigkeiten und / oder eine verminderte Impulskontrolle. Psychische Belastungen und Phantomschmerzen sind verbreitet. All diese Symptome können, müssen aber nicht auftreten und sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
- DIE VERWANDLUNG
VOR DER VERWANDLUNG
In der Woche vor dem Vollmond sind in individueller Ausprägung Symptome wie Müdigkeit, Ruhelosigkeit, Abgeschlagenheit, geschärfte wahrnehmende Sinne, erhöhter Bewegungsdrang, gesteigerte Leistungsfähigkeit (in magischen wie auch nichtmagischen Belangen), veränderter Appetit, Schmerzen an fluchbedingten Narben u.v.m möglich. In Befragungen geben Fluchopfer an, dass diese und andere Symptome seit dem verwandelnden Angriff dauerhaft oder mit wechselnder Ausprägung bestehen. Die meisten erkennen ein Auftreten oder eine Steigerung von Symptomen in der Woche vor dem Vollmond. Von gar keiner Auffälligkeit vor Verwandlungsbeginn über wenige Stunden vorab, bis hin zu sieben oder sogar mehr Tagen ist hierbei alles möglich. Ebenso wird die Intensität als sehr unregelmäßig dargestellt. Die Symptomatik schwankt von Mensch zu Mensch und auch bei manchen Fluchopfern im Verlaufe eines Jahres oder sogar von Monat zu Monat.
Derzeit gibt es keine Erkenntnisse zu lindernden oder heilenden Maßnahmen.
ZEITSPANNE DER VERWANDLUNG
Die Verwandlung startet mit Sonnenuntergang. Sie endet mit Anbruch der Dämmerung. Eine genaue Uhrzeit ist somit nicht immer vorhersagbar und sie variiert im Verlaufe der Jahreszeiten.
SYMPTOMATIK WÄHREND DER VERWANDLUNG
Mit Beginn des Verwandlungsprozesses werden blendende, unvergleichbare Schmerzen beschrieben. Die Erinnerung setzt ab Beginn und vor Ende des Wandlungsprozesses aus – und im Normalfall nach Ende der Rückverwandlung wieder ein. Der Übergang wird einheitlich als eine Ohnmacht vor Schmerzen beschrieben. Stark individuell ist, ob diese Ohnmacht direkt zu Beginn oder erst kurz vor Abschluss der Verwandlung eintritt.
Befragte, die zu letzterer Gruppe gehören beschreiben die Symptomatik wie folgt: Geräuschstarke Veränderung der Knochenstruktur, verglichen mit dem Gefühl von brechenden und zugleich schnell wachsenden / umformenden Knochenstrukturen. Heftiges Prickeln bis nadelähnliches Stechen der gesamten Hautoberfläche beim zeitgleichen oder versetzten (individuell unterschiedlich) Wuchs von Fell. Starke Zahn- und Kopfschmerzen bei der Neuordnung von Zähnen – insbesondere der Verschiebung durch große, scharfe Reißzähne.
Neben den physischen Symptomen, sind mit der Verwandlung auch zahlreiche psychische Symptome festzustellen, dazu gehören: Plötzliche Wut, ein Adrenalinschub und infolgedessen eher selten Angst. Sofortige maximale Schärfung von Sinneswahrnehmungen, die aufgrund ihrer plötzlichen Intensität zu Übelkeit und Kopfschmerz beitragen. Für viele Fluchopfer ist das auch der Auslöser für die beschriebene Ohnmacht.
WÄHREND DER VERWANDLUNGSPHASE
Fluchgeschädigte beschreiben die Zeitspanne, die sie als Werwolf verbringen, als eine vage Erinnerung; ähnlich einem Traum. Meist erinnern sich Verwandelte sich an intensive Gerüche, starke Farben, an Schnelligkeit, möglicherweise an intensive Gefühle wie Aufregung, Zorn oder Vergnügen am Reißen eines Opfers. "Wie im Rausch" ist eine häufige Formulierung.
Es wird diskutiert, dass Fluchgeschädigte, die mit anderen Werwölfen, anderen Tieren oder magischen Geschöpfen (etwa Animagi) die Verwandlungsphase erleben, in diesem Zeitraum näher am eigenen menschlichen Bewusstsein sind, da sie von konkreteren Erinnerungen berichten. Unklar ist allerdings, inwiefern wirklich Selbstbestimmtheit und bewusste Selbstkontrolle vorliegen.
NACH ABGESCHLOSSENER RÜCKVERWANDLUNG
Fluchgeschädigte bleiben oft mit heftigen, selbst zugefügten Wunden zurück, sind rastlos und gereizt. Auch innere Verletzungen, wie Knochenbrüche, Zerrungen, Blutungen oder ähnliches sind nicht selten. Die Erholung dauert meist mehrere Tage. Diejenigen, die mit anderen Werwölfen, Tieren oder magischen Geschöpfen (wie Animagi) die Verwandlungsphase erleben, kehren aus der Phase oft deutlich weniger verletzt zurück.
PHÄNOTYPISCHE AUSPRÄGUNG
Werwölfe sind vom gemeinen Wolf nicht zu unterscheiden. Einzige Ausnahme bilden die Läufe: Der Werwolf ist in der Lage, sich auf die Hinterläufe zu stellen. Aus dieser Position heraus kann er nicht nur stehen, sondern auch angreifen. Die Krallen sind denen eines Wolfs ähnlich und weisen keine übermäßige Länge auf. Ein vollständig verwandelter Werwolf sieht also aus wie ein Wolf. Die Fellfarbe ist nicht gleich oder ähnlich der Haar- oder Hautfarbe des verwandelten Menschen. Die Augenfarbe ist nicht gleich, oft ähnlich.
- EINSCHRÄNKUNGEN IM ALLTAG
Menschen, die mit Lykanthropie infiziert sind, erfahren in ihrem Alltag oft eine Ausgrenzung an vielen Stellen. Durch die monatliche Verwandlung müssen gewisse Vorkehrungen getroffen werden, gerade bei Kindern und Jugendlichen schränkt das die Bildung und / oder Freizeitgestaltung und damit auch das Aufwachsen enorm ein. Auch im höheren Alter ist die Verwandlung noch immer ein großes Hindernis für die Betroffenen. Die Vorurteile Werwölfen gegenüber sind noch immer stark verbreitet und lassen sich auch mithilfe von Aufklärung kaum mildern. Betroffene erfahren daher überall - im Beruf, im Alltag, in zwischenmenschlichen Beziehungen - Ausgrenzung, Beleidigungen, häufig auch Gewalt und andere Übergriffe.
Viele Fluchgeschädigte leben in Armut, da sie aufgrund der Verwandlung, des Heilungsprozesses und auch der Vorurteile keine anständige Schulbildung erhalten haben und auch keinen richtigen Beruf ausüben können.
- VERBREITUNG VON WERWÖLFEN
Das Zaubereiministerium verfügt mit dem offiziellen Werwolfregister über dokumentierte Daten, was die Anzahl und den Aufenthaltsort der aktuell auf den Britischen Inseln lebenden Werwölfe anbelangt. Dennoch ist auszugehen, dass die Dunkeziffer weitaus höher ist, als offizielle Zahlen vermitteln.
Grundsätzlich ist das Vorkommnis der Lykantrophie, die sogenannte Prävalenz, als gering einzustufen. Es handelt sich also um eine seltene magische Flucherkrankung.
Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Werwölfe vor allem in ländlichen Regionen in der Nähe von Wäldern und abseits urbaner Siedlungen ansässig. Sowohl in Regionen in Schottland (Galloway Forest, Sutherland, Invernesshire) als auch England (Northumberland, Hampshire, Suffolk) waren mehrere Werwölfe beheimatet, die teilweise in Gemeinschaften mit familien-ähnlichen Strukturen (sog. Rudeln) zusammenlebten.
Seit den 1930er Jahren wurde jedoch eine Änderung dieser Verhaltensmuster beobachtet. Seitdem dringen Werwölfe immer weiter in die zivilen Gesellschaften vor und suchen Kontaktpunkte zur magischen Bevölkerung. Dieser intensivierte Kontakt hat vermutlich dazu geführt, dass in den letzten fünfzig Jahren die Inzidenz, d.h. die Anzahl der Neuinfizierten pro Jahr, deutlich zugenommen hat.
LINDERUNG UND HEILUNG
- WOLFSBANNTRANK
WIRKUNG
Der von Damocles Belby entwickelte Wolfsbanntrank ist ein erst in jüngster Zeit hervorgebrachter Zaubertrank, der Fluchgeschädigten helfen kann, die Verwandlung ohne größere Verletzungen und somit auch wesentlich bewusster und ungefährlicher zu erleben. Nach einer Einnahme verwandeln sich die Betroffenen zwar trotzdem, auch die Schmerzen sind die gleichen wie bei einer herkömmlichen Verwandlung, behalten dann aber die ganze Zeit über ihr menschliches Bewusstsein und somit auch die Kontrolle über ihr Handeln. Sie können sich so zurückziehen und die Vollmondnacht bei menschlichem Bewusstsein und ohne den üblichen Jagdtrieb verbringen.
Die Herstellung des Tranks ist kompliziert und kann nur von äußerst begabten Zauberern oder Hexen hergestellt werden; darüber hinaus sind die Zutaten sehr teuer. Viele Personen haben daher keinen Zugriff auf diesen Trank. Aktuell kann der fertige Trank nicht bei offiziellen Händler*innen (wie Apotheken oder im St. Mungo's) erworben werden. Aktuell machen Linzenzstreitigkeiten und der politisch motivierte Missbrauch der Rezeptur die kommerzielle Verbreitung fast nicht möglich. Der Trank muss von einem begabten Zaubertrankbrauer hergestellt werden und den Betroffenen zeitnah zur Verfügung gestellt werden.
EINNAHME
Der Trank muss in der Woche vor dem Vollmond jeden Tag und unbedingt regelmäßig eingenommen werden, sonst kann er nicht seine Wirkung entfalten und die Verwandlung tritt wie gewohnt ein. Der Zaubertrank wirkt am besten, wenn er so heiß wie möglich, noch dampfend getrunken wird und schmeckt sehr bitter - eine Zugabe von Zucker zerstört aber leider die Wirkung.
ERFINDUNG, MÖGLICHE WEITERENTWICKLUNGEN & NEUE ANSÄTZE
Erfunden wurde der Werwolfsbanntrank von Damocles Belby um 1990 und steckt somit noch in den Kinderschuhen.
Seine Schülerin, Elle Davies, mittlerweile selbst eine Meisterin der Zaubertränke, hat ihr Leben und ihre Forschung ebenfalls der Heilung von Lykantrophie gewidmet. Im Familienunternehmen „Simmons & Sons“, das mittlerweile führend in der Herstellung kommerzieller Heiltränke ist, leitet sie eine kleine Forschungseinheit. Sie hat sich auf das Ziel fokussiert, den menschlichen Körper vollständig von Lykantrophie zu befreien. Aktuell forscht sie an der Heilung von Hexen und Zauberern, die von einem Werwolf gebissen wurden und mit der entsprechenden Symptomatik zu kämpfen haben, aber sich nicht selbst verwandeln. Der Öffentlichkeit nicht bekannt ist, dass ihr Mann Rufus von einem Werwolf gebissen, aber nicht vollständig infiziert wurde. Für und an ihm testet Elle verschiedene Mittel zur Linderung seiner Symptomatik. Die Fortschritte sind überschaubar, dank des kommerziellen Erfolges des Unternehmens in anderen Bereichen kann sie ihre Forschung jedoch auch unabhängig von den Erfolgschancen weiterführen.
POLITIK UND GESETZESLAGE
- BISHER
Hier findet ihr einige Gesetze unter der Voldemort-Herrschaft, die das Leben der Werwölfe massiv beeinträchtigt haben. Diese wurden mit dem Ende dessen Schreckensherrschaft zum November 1998 außer Kraft gesetzt.
- AKTUELL
Aktuell gibt es keinerlei Werwolfgesetze, d.h. dass betroffene Personen sich völlig uneingeschränkt im öffentlichen Leben bewegen, können frei Berufe ausüben, Magie ausüben und reisen. Dennoch sind sie natürlich auch heute nicht frei von Stigmata: In der Gesellschaft herrschen noch immer an vielen Ecken Vorurteile, manche Menschen versuchen, Kontakte zu vermeiden und betrachten die Infektion mit Lykanthropie als eine ansteckende Krankheit. Auch Atlas Yaxley, der aktuell amtierende Zaubereiminister, hält sich mit seiner Meinung zu Werwölfen in öffentlichen Reden selten zurück. Dort macht er gern und deutlich klar, dass Werwölfe nichts in öffentlichen Bereichen und im Berufsleben zu suchen haben. Er erlässt keine Gesetze, aufmerksamen Beobachter*innen dürfte aber nicht entgehen, in welche Richtung seine Sympathien verlaufen.
vielen dank auch an ina für den input <3