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Lux Aeterna
Von 05.12.1997 bis 05.12.1997
„Remus, nein! NEIN!“, kreischte die rothaarige Frau, ehe sie aufsprang und lautstark mit der flachen Hand auf den Tisch schlug. „Du wirst meine Kinder nicht einer solchen Gefahr aussetzen! Nachwuchsgruppe... Bei Merlin! Sie sind viel zu jung!“ Mit starrem Blick sah sie ihn an, Verzweiflung machte sich in ihren Augen breit. „Molly, beruhige dich...“, hörte man ihren ebenso mit flammend rotem Haar bestückten Mann sagen. Leise, ein wenig hilflos. Auch ihm gefiel die Vorstellung nicht, seine kleine Tochter schon jetzt in die Reihen des Ordens aufzunehmen. Es kam ihm vor wie gestern, als er sie hatte ihre ersten Schritte machen sehen... „Molly“, sagte die blonde Frau neben ihr, legte behutsam die Hand auf ihre. „Ich will auch nicht, dass meiner Schwester etwas zustößt, genauso wenig wie deinen Sprösslingen. Aber genau deswegen ist es wichtig, dass die Kids lernen, wie sie sich verteidigen können.“ „Hailey hat recht. Wir wollen sie nicht ausbilden um sie gleich in den Kampf zu schicken“, mischte sich nun der schwarze Zauberer zu ihrer Rechten ein. Sein Ohrring glänzte im Kerzenschein, genau wie seine Zähne es taten, die bei einem aufmunternden, beruhigenden Lächeln zum Vorschein kamen. „Wir wollen sie nur für den Fall vorbereiten, dass es einmal dazu kommt. Du weißt, was mit Jamie Nicholson passiert ist.“ „Jamie.. Jaaa... Ginny kannte ihn so gut...“, murmelte Molly, nahm wieder Platz und starrte gedankenverloren auf die Tischplatte. Einen Moment lang blieb es still. Die Kerzen auf dem Tisch flackerten, ehe eine von ihnen erlosch. Die traurigen Augen des jungen Mannes in unmittelbarer Nähe jedoch konnte man auch ohne das direkte Licht wahrnehmen. Schon immer hatten sie in unmittelbarem Gegensatz zu seinem Wesen gestanden, der Warmherzigkeit, die er auszustrahlen pflegte. Ein wenig vorsichtig, jedoch mit klarer Stimme durchbrach er die Stille. „Wir wollen also eine Gruppe von Schülern trainieren, um sie für den Fall zu wappnen, dass es einen Angriff auf Hogwarts gibt, richtig? “, fragte er in die Runde. Als neuer Referendar für Verwandlung lag es ihm selbstverständlich am Herzen, dass ihnen nichts geschah, hatte er viele von ihnen doch bereits in sein großes Herz geschlossen, in dem noch Platz für so viele andere war. „Ja.“ Die Antwort des Mannes am Kopfende des Tisches war klar, genau wie seine Mimik. Über und über waren seine Züge von Narben bedeckt, dennoch hatte keine von ihnen die Macht gehabt, die Freundlichkeit aus seinem Gesicht zu verbannen. Ja, Remus Lupin wusste, was es bedeutete Schmerzen ertragen zu müssen. Keinem der Schüler seines früheren Zuhauses wollte er es zumuten, diese Erfahrung mit ihm teilen zu müssen. Man musste sie schützen, ihnen beibringen, wie sie sich am besten verteidigen konnten: durch eine offensive Taktik. „Ich verstehe, dass du Angst hast, Molly“, sagte er mit gutmütigem, jedoch immer noch bestimmtem Ton in seiner Stimme. „Aber wir können nicht zulassen, dass irgendwer Jamie Nicholsons Schicksal teilt. Natürlich reicht das nicht, Elena, Minerva, ihr müsst ein Auge auf den Lehrplan in Verteidigung gegen die dunklen Künste haben. Wir können nicht alle ausbilden – die Gefahr ist zu groß, dass man unser Vorhaben ausspioniert und durchkreuzt. Die Todesser sind wachsam, sie vorerst ein wenig in Sicherheit wiegen zu lassen, ist sicher kein schlechter Schachzug. Die Grundlagen müssen deshalb im Unterricht gegeben werden, wir können nur diejenigen in unsere Reihen aufnehmen, die wirklich vertrauenswürdig erscheinen. Ich habe Harry bereits gebeten, uns dabei ein wenig zur Seite zu stehen – gerade für ihn und seine Freunde ist es wichtig, sich zu verteidigen zu wissen. Noch immer ist schließlich er das unmittelbare Ziel des Dunklen Lords.“ Verständnisvolles Nicken erfüllte den Raum und selbst Molly schien langsam aber sicher einzusehen, dass der vorgeschlagene Weg wohl der beste sein würde um ihre Kinder zu schützen. „Auch Elena und Minerva kennen die Schüler gut, ich zweifle nicht an ihrem Einschätzungsvermögen. Eleni?“ Die braunhaarige Hexe zuckte bei dem Klang ihres Namens ein wenig zusammen. Natürlich hatte sie die ganze Zeit aufmerksam zugehört, nur kurz, ganz kurz war sie mit den Gedanke woanders gewesen. „Hm? Achso. Ja.“ Sie räusperte sich kurz, nahm eine ein wenig aufrechtere Haltung an. „Ich habe vor kurzem das Angebot bekommen, eine Art Talentscouting zu übernehmen. Ich soll unter den Schülern Talente ausmachen, die nach ihrer Schulausbildung eventuell dann eine Karriere als Quidditchsternchen anstreben können. Für mich wäre also leicht, mich in Hogwarts einzuschleusen und da bei der Ausbildung zu helfen. Hailey hängt da sowieso total oft rum und kennt alle Ecken und den ein oder anderen Geheimgang, sie kriegen wir da auch locker rein. Liam ist auch da, Minerva und Elena auch und ich hab’ schon ziemlich viele Ideen. Ich freu’ mich richtig auf die kleinen Racker.“ Remus lächelte leicht. Er bewunderte den Enthusiasmus, den die bisher zu den Jüngsten des Ordens gehörenden immer wieder an den Tag legten. „Gut“, sagte er und sah in die Runde. „Unser Projekt wird unter dem Namen Lux Aeterna laufen. Das ewige Licht.“ • Trotz einiger Bedenken entschied sich der Orden des Phönix dazu, eine ausgewählte Gruppe von Schülern in seine Reihen aufzunehmen. Sie sollen lernen, sich gegen Dunkle Magie zu verteidigen und den Todessern die Stirn bieten zu können, sollte dies nötig sein. • Die Ordensmitglieder Minerva McGonagall, Elena O’Callaghan und Liam Barker haben die Schüler als Lehrer von Hogwarts genauer beobachten, um zu sehen, wer von ihnen sich der Gruppe Lux Aeterna (ewiges Licht) anschließen könnte. Auch Harry und seine Freunde wurden dazu beauftragt, unter den Schülern vertrauenswürdige potentielle Mitglieder auszumachen. • Für die anschließende Ausbildung wird die Expertin für Quidditch, Eleni Colingham, „undercover“ in die Schule für Hexerei und Zauberei eingeschleust. Den Schülern wir sie als Talentscout vorgestellt, der sowohl hin und wieder am Unterrichtsgeschehen teilhat, als auch den Quidditchtrainings und andere Aktivitäten beiwohnt. DIESE SZENEN HEIZEN DEM PLOT ORDENTLICH EIN
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