|
Berufsberatung 1999
Von 15.03.1999 bis 28.03.1999
![]() da draußen die sonne und da drinnen der punk auch jeder wankelmut hat einen mittelpunkt wo wollen wir hin und wer wollen wir sein? Im Schulkalender war die Berufsberatung für die fünfte Klasse jedes Frühjahr seit jeher ein fester Bestandteil - und daran sollten auch die Turbulenzen des vergangenen Schuljahres, der Krieg, die Schlacht, die Zerstörung des Schlosses und die Wiedereröffnung von Hogwarts nichts ändern. Und dennoch fühlte es sich komisch an, diese Agenda so wie all die Jahre zuvor zu verfolgen. Denn die Fünftklässler*innen waren doch nicht die Einzigen, die sich orientierungslos fühlten. Die keine Ahnung hatten, wie es weiterging, welche Optionen und Möglichkeiten es gab und die den ein oder anderen Ratschlag ganz gut gebrauchen konnten. "Bist du happy, mit dem was du tust, im Postamt?", wollte Seamus von Hannah wissen und sah sie mit großen Augen eindringlich an. Seamus fand überhaupt nichts Schlimmes oder Verwerfliches daran, einer Beschäftigung nachzugehen, die vielleicht ein bisschen seicht oder weniger anspruchsvoll war. Die Welt konnte nicht nur aus Aurorinnen, Heilern und Rockstars bestehen. Und scheiße, sie waren ja noch nicht mal zwanzig Jahre alt - wann wenn nicht jetzt war die Zeit fürs Ausprobieren, für komische Jobs und schlechte Entscheidungen? Nur unglücklich durften sie einen nicht machen, das war für Seamus unumstößlich und das lag ihm auch für Hannah sehr am Herzen. Das lag ihm eigentlich für jeden Menschen am Herzen, gerade weil er selbst so unfassbar glücklich in seiner Anstellung auf Hogwarts war, weil er selbst so sehr darin aufging, wünschte er sich das auch für alle anderen. Dabei hatte er bis vor wenigen Monaten noch nicht einmal gewusst, dass eine Stelle als Assistenz der Schulleitung überhaupt existieren könnte, geschweigedenn, dass er sie besetzte. Es dauerte nicht lange, bis ihre gemeinsame Idee konkrete Formen annahm. Die Berufsberatung sollte für alle da sein - für die Schüler*innen auf Hogwarts, aber genauso auch für die nicht mehr ganz so frischgebackenen Absolvent*innen der letztjährigen Abschlussklasse, für alle, die irgendwo in der Schwebe hingen und auf der Suche waren - egal ob nach dem Traumjob, einem Praktikum oder vielleicht auch einfach nur nach der Gewissheit, was sie nicht mit ihrer Zukunft anstellen wollten. Dabei sollte es keine Einschränkungen geben, was die Einblicke in unterschiedliche Branchen, Karrierepfade oder Lebensentwürfe anging. Sie schickten Einladungen an alle Menschen raus, von denen sie dachten, dass sie etwas zu erzählen haben.
DIESE SZENEN HEIZEN DEM PLOT ORDENTLICH EIN
|
